Angriff der Lederhosenzombies

Jetzt haben also auch die Ösis ihren ersten Zombiefilm! Mit Angriff der Lederhosenzombies1 stimmt hier schon mal der Titel, auch das Coverartwork passt gut zum alpinesken Flair irgendwo zwischen Edeltrash und Edelweiß. Ob der Film dann auch noch unterhalten kann wird dieses Review klären.

Ein Gastbeitrag von Ulf.

Die Geschichte von Angriff der Lederhosenzombies ist dabei schnell erklärt und steht praktischerweise auch ziemlich genau auf dem Backcover der Blu-Ray: Franz gehört ein Teil eines Berges und da der Klimawandel eigentlich nicht nur eine Erfindung böser Reptiloiden ist, sondern echt und überhaupt faktisch existiert versucht er mit Hilfe eines Wundermittels für Immerschnee einen russischen Investor namens Chekov auf die Piste zu kriegen. Natürlich geht das schief, die giftgrüne Flüssigkeit spritzt anstatt auf die Hänge direkt in die blöde Fresse von Chekov, weshalb dieser – das hättet ihr euch sicher auch selbst zusammengereimt – sich in einen fleischfressenden Untoten verwandelt.

Zombie mit Pelzmütze

Zombifiziert: Chekov

Zombies standen an den Hängen und Pisten

Meanwhile irgendwo in der Nähe: Profisnowboarder Steve sowie Freunde Branka und Josh sind in einem Helikopter und warten auf die Gelegenheit, aus diesem in den Pulverschnee zu springen und für eine Wohltätigkeitsproduktion ein paar coole Moves abzuliefern. Das ist auch wirklich sehr schön gefilmt, könnte auch aus einem bognerischen Alpenvideo stammen. Weiter unten wartet derweil ein Ehrengast darauf, Steve die Hand zu schütteln und da Steve ein ziemlicher Spaßvogel ist fährt er ohne die anderen einzuweihen nackt durch den Schnee. Dumm, dass der Ehrengast ein kleines, im Rollstuhl sitzendes Madl ist und Branka durch diese Aktion endgültig der Kragen platzt. Da man auch noch den letzten Helikopter ins Tal verpasst hat, begibt man sich erstmal in Ritas Gaudihütte, wo eine zünftige Saisonabsch(l)ußparty stattfindet.

Gut gerüstet: Almhüttenbesitzerin Rita

Körpergeile Fleischfresser

Genau dort nimmt der Angriff der Lederhosenzombies dann auch so langsam Fahrt auf. Chekov sorgt dafür, dass sich nach und nach die Gäste in hirnlose Untote verwandeln und die Anzahl der ums Überleben kämpfenden schrumpft in kurzer Zeit auf eine genrebedingt überschaubare Zahl. Und diese müssen sich dann auf allerlei mehr oder weniger kreative Art mit dem Zombieproblem auseinandersetzen.
Angriff der Lederhosenzombies will dabei witzig sein und möglichst viele Genrezitate unterbringen. So fällt einmal im Film der Ausdruck „Fleischgeile Körperfresser“, was wahrscheinlich eine Anspielung auf 1. Lucio Fulcis Klassiker Zombie Flesh-Eaters und 2. den ebenfalls sehr erfolgreichen Angriff der Körperfresser sein soll. Die Flüssigkeit für den Immerschnee heißt natürlich Solanum +10, was teilweise ein direktes Zitat aus dem Zombie Survial Guide ist und die Farbe Grün für ein Mittel, was irgendwie mit Zombies zu tun hat kennen wir auch bereits aus Stewart Gordons Re-Animator. Die Liste ließe sich noch weiter fortführen, auch die Masken sehen teilweise so aus, als wenn man sich durchaus bei einigen Genreklassikern bedient hat, einzelne Szenen sowieso.

Hirntot im Sackgassental

Zwei Männer und eine Frau lugen um eine Ecke.

Drei von der Zombiestelle: Josh, Steve und Branka.

Ein Grund, warum die Überlebenden nicht so einfach von Ritas Gaudihütte wegkommen ist, dass nur ein einziger Weg nicht in einer Sackgasse endet und man bei dem Schnee und vor allem nachts diesen nicht wirklich finden kann. Klingt eher nach einer dummen Ausrede und die Gefahr durch die Zombies ist auch nicht so wirklich greifbar, diese gehören eher zu den oldschool-Vertretern und sind entsprechend steif, schaffen es aber dennoch immer wieder, arglose Opfer durch deren eigene Dummheit zu beissen. Lediglich apres-ski-würdige Schaukel- und Schunkelmusik schafft es, die Untoten ein wenig zu beruhigen. Immerhin gibt es ein paar echt coole Splattereffekte zu bewundern und der Humor stimmt auch einigermaßen. Leider schafft es der Film dabei nicht, einen durchgehenden Flow zu schaffen, wie es beispielsweise Braindead, Return of the living dead oder Shaun of the dead locker hingekriegt haben. Immer wenn es mal ein wenig nach cooler Action aussieht und die Musik sich steigert, etwas auch wirklich gut angeteast wird, wird kurz vorher das Tempo herausgenommen, die Szene gewechselt oder auf eine andere dumme Art unterbrochen. Das ist schon schade und man merkt dem Film hier deutlich an, dass die Macher von klassischem Spannungsaufbau ähnlich viel halten wie Zombies von Gemüse. Dabei hat der Film immer wieder echt gelungene Szenen und vor allem die Effekte können sich wirklich sehen lassen und sind sehr kreativ, es gibt viel Make-up, Splatter, Stop-Motion und sehr abgefahren aussehende zombiefizierte Rehe. Wenn mal jemand versucht, das Tal zu erreichen wird dies auch sehr gelungen auf einer Art Übersichtskarte visualisiert. Ideen sind also genug da.

Fazit: Hirn an oder aus?

Angriff der Lederhosenzombies ist ganz unterhaltsam, wenn ein Film aber bei 78 Minuten Laufzeit dennoch einige Längen und teilweise schon gezwungen wirkende Zitate mit der Holzhammermethode auf die Leinwand prügelt ist das auch nicht wirklich gut. Visuell gibt es nix auszusetzen, blutig genug ist er auch und die Musik wird oft auch passend eingesetzt. Wer auf Zombies schaut und nicht zu viel erwartet kann also mal reinschauen. Kurz noch zwei Punkte, die mir wichtig sind: 1.) Der Film ist zwar aus Österreich, aber dennoch sollte man ihn besser in der englischen Tonspur schauen, da die drei Hauptdarsteller eindeutig nicht aus dem deutschen Sprachraum kommen und so ein ganz lustiger Sprachmix entsteht (und immer noch viel deutsch gesprochen wird) und 2.) fand ich das rote 18er Siegel übertrieben, es gibt zwar 1-2 eher krasse Effekte, aber nichts, was einen 16-jährigen Holzmichel nachhaltig verstört.

Uns wurde ein Testmuster zur Verfügung gestellt.

Ein Zombie mit Skistöcken im Kopf.

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  1. Nicht zu verwechseln mit dem Lied „Lederhosenzombies“ der EAV: https://www.youtube.com/watch?v=1vyquVG2_mg

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