Doctor Who – Staffel 25

Es geht zurück. Zurück in die Achtziger. Sylvester McCoy verkörpert den siebten Doktor, Sophie Aldred seine Begleiterin Ace. Pandastorm Pictures hat die Jubiläumsstaffel zum 25. Seriengeburtstag aus den Jahren 1988/1989 als DVD-Box mit fünf Discs veröffentlicht.

Cover von Doctor Who Siebter Doktor Volume 2

© BBC

Nur wenige Persönlichkeiten in der englischen Politik haben so polarisiert wie Margaret Thatcher. Für die einen war sie die Geißel der Arbeiterklasse, für die anderen die Retterin Großbritanniens. Kein Wunder, dass zur Hochzeit ihrer Regierung gleich zwei Figuren bei Doctor Who auftauchen, die eine gewisse Ähnlichkeit zur eisernen Lady aufweisen: Die diabolische Helen A, die mit eiserner Hand und zuckersüßer Miene über den Planeten Terra Alpha herrscht und die bösartige Lady Penforte, die mit schwarzer Magie durch die Zeit reist. Ein Grund für die unvorteilhaften Doppelgängerinnen dürfte der Konflikt zwischen Thatcher und der BBC gewesen sein. Es gab sogar Pläne, den Sender zu zerschlagen. Die BBC, so die Premierministerin, gebe zu viel Geld aus. Vielleicht hat darunter das Budget von Doctor Who gelitten, denn es fällt schon auf, dass die Sets und die Kostüme stellenweise nach ‚günstig selbstgemacht‘ aussehen.

Den Anfang der Staffel macht der Vierteiler Remembrance of the Daleks (auf deutsch: Die Hand des Omega). Der Doctor und Ace reisen in das Jahr 1963 – das Jahr der ersten Doctor Who-Ausstrahlung (siehe Ein Abenteuer in Raum und Zeit). Zwei verfeindete Dalek-Fraktionen suchen die Erde auf der Jagd nach einer Superwaffe vom Gallifrey heim. Es ist die Geschichte, in der die Daleks fliegen lernten. Angeblich hatten es die Autoren satt, dass die außerirdischen Dosen-Nazis (Zitat Titanic-Humokritik) vor Treppenstufen kapitulieren mussten und verpassten ihnen kurzerhand einen Düsenantrieb.

Fieser Süßkram

Ein Mann in hellem Anzug mit Hut, vor ihm steht ein Geschöpf aus riesigen Bonbons zusammengesetzt.

Der Doktor (Sylvester McCoy) und der Kandy Man (David John Pope)
© BBC

In der zweiten Geschichte geht es wieder auf eine fremde Welt. Das Konzept von Doctor Who ist in der Hinsicht gleich geblieben. Historische Epochen (mit Alien-Invasionen) wechseln ab mit reinen Sci-Fi-Locations. Die Location von The Happiness Patrol (deutsch: Die Macht der Föhlichkeit) ist die Kolonie Terra Alpha auf einem fernen Planeten in der Zukunft. Sie besteht aus vielen dunklen Gängen (Budget?), in denen die titelgebende Patrouille „Spielverderber“ aufspürt und eliminiert. Denn wer unglücklich ist, ist ein Verräter. Mehr Achtziger als in diesem Dreiteiler ist schwer möglich. Die Frauentruppe der Fröhlichkeitspatroille trägt kurze beigefarbene Trenchcoats, hochtoupierte pink-violette Haare und rote Strahlengewehre. Auch die Männer auf Terra Alpha sind schwer geschminkt und tragen rosafarbene Kleidung. Der Vollstrecker von Helen As Regime ist der Bonbon-Roboter Kandy Man, der sein übles Werk in einer Folterkammer/Küche mit Dalmatinerfleckentapeten betreibt. Ein kunterbunter Horrortrip.

Kunterbunt ist auch die Gegnerriege im Dreiteiler Silver Nemesis (Das Vermächtnis der Nemesis) zum Silberjubiläum vom Doktor. Die oben erwähnte Lady Penforte, eine Gruppe argentinischer Alt- und Neonazis (6 Jahre nach dem Falklandkrieg!) sowie die Cybermen sind auf der Jagd nach einer planetenzerstörenden Statue aus intelligentem Metall. Leider ist die Story wenig spannend und ähnelt zu sehr Remembrance of the Daleks, um noch originell zu sein.

Psycho Zirkus, dabdabdada

Dagegen kann der Staffelabschluss, The Greatest Show in the Galaxy (Die Todesmanege auf Segonax) voll überzeugen. Auch hier wird ein Kuddelmuddel wilder Ideen präsentiert: Weltraumhippies, Killerclownroboter, eine Alien-Lykanthropin, die Götter von Ragnarok und skurrile Nebenfiguren, die einen garstigen Tod sterben. Und als Untote wiederkehren. Der Doktor und Ace besuchen den Planeten Segonax, auf dem sich der intergalaktische Psycho-Zirkus niedergelassen hat. Allerdings ist der Besuch dort nicht so lustig, wie es der Doktor erhofft – siehe Killerclownroboter, Götter, Werwolf, Todesfälle, Zombies. Ace dagegen, ganz bockiger Teenager, hat eine leichte Clownphobie und ahnt sofort, dass der Zirkus nicht ganz koscher ist.

Wie schon bei der ersten Staffel von Pandastorm Pictures gehören Audio-Kommentare und kommentierende Untertitel zum Bonusmaterial für fanatische Whovians. Dabei erfährt man so einiges über weggefallene Szenen oder geänderte Sätze, Anekdoten vom Set und andere Trivia-Häppchen. Außerdem ist das Special Davros Connections mit dabei, eine Doku über den fiktiven Erfinder der Daleks. Für knapp 30 Euro ist die DVD-Box kein Schnäppchen, für sammelnde Who-Komplettisten allerdings ein Muss. Für Neugierige, die in die Geschichte des siebten Doktors hineinschnuppern möchten, lohnt sie sich fast sogar eher als die Box zu Season 1. Das liegt vor allem an der unkonventionellen Begleiterin Ace, die Daleks eher wegsprengt als schreiend vor ihnen wegzulaufen und in der zweiten Staffel des siebten Doktors in allen Folgen dabei ist.

Disclaimer: Fischpott haben eine DVD-Box zu Rezensionszwecken erhalten.

Sonstige Daten

Bildformat: 1,33:1 / 4:3
Ton / Sprache/ Untertitel: Deutsch DD 2.0 / Englisch DD 2.0 /Deutsch, Englisch
Extras: Booklet, Featurettes: Klassentreffen, Davros Connections, Glückseligkeit wird siegen, Industrial Action, Deleted & Extended Scenes, Bildergalerien, Audiokommentare, Infotext

Collage zu Doctor Who Staffel 25

Der siebte Doktor und Ace (Sophie Aldred). Mit im Bild: Die Tardis, ein Dalek-Shuttle, die Götter von Ragnarok und die Cybermen. © BBC



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