Gorechosen von Games Workshop

Detaillierte Arenakämpfe im Age of Sigmar

Games Workshop … das steht doch für megateure Figuren und komische Regeln? Unkomplette Boxen, bei denen man quasi gezwungen ist, mehr und mehr dazuzukaufen? Teilweise stimmen die Gerüchte …

Ein Gastbeitrag von B3stie.

Worum geht es oder: Die „Story“

Die Jünger des Blutgottes Khorne habe eine Grube gebuddelt. In der dürfen sich die stärksten Krieger von Khorne, die Gorechosen, bekämpfen. Bis zu vier gehen in die Grube, einer kommt raus. Das war es.

Allgemeines

Gorechosen kommt in einer handlichen Box für 45 Euro daher. Darin finden sich vier Figuren, einige Spielkarten, Tokens, ein doppelseitiges Spielbrett mit Hexfeldern (ich liebe Hexfelder), sechs Würfel, ein Regelheft, eine Aufbaulanleitung für die Figuren und vier großformatige Charakterbögen. Die Box hat Inlays, in denen sich die Inhalte gut verstauen lassen. Auch sind Aussparungen für die Figuren gelassen. Das ist neu bei GW-Spielen.
Die Figuren sind … Wahnsinn. Ich besitze einige Miniaturenspiele, aber die vier in der Box enthaltenen sind mit Abstand die coolsten, die ich je hatte. Wunderbar detailiert. Ich habe nicht viel Erfahrung mit dem Bemalen von Figuren, aber diese habe ich vor lauter Begeisterung angemalt. Einzeln kosten die Figuren zwischen 15 € und 23 € laut GW-Seite. Ihr spart also viel Geld wenn ihr die Box kauft, etwa 50 €. Haha, ihr spart natürlich nix, weil Ihr euch sonst die Figuren nie kaufen würdet. Das erzählen sie euch aber alle.
Ein kleines Aber: Es fehlt ein Würfel. Es kommt im Spiel zu einer Situation, in der man 6 Würfel wirft und der Gegner würfelt einen dagegen. Da wären sieben Würfel besser gewesen, weil die sechs davor eigentlich liegen bleiben müssen. Alles in allem ist der Preis von 45 € aber sehr fair!

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Alles aus der Box

Auspacken

Box aufmachen, Tokens ausdrücken, Karten mischen, Regeln lesen (4-5 Seiten) und los gehts! Irgendwas vergessen? Achja, das Zusammenkleben der Figuren.
Pain in the Ass: Das Figuren zusammenkleben. Ich bin so gar kein GW-Sammler, deshalb hab ich da auch keine Erfahrung. Aber ich habe für die vier Figuren, nur Raustrennen und ordentlich zusammenkleben, gute anderthalb Stunden gebraucht. Sogar meine Ehefrau, die gerne bastelt, hat nach einer Figur entnervt aufgehört.
Aber als sie dann standen, sahen sie sehr cool aus. Ich bin noch im Bemalprozess, aber die ersten drei haben schon einmal drei bis vier Stunden gebraucht und sind immer noch nicht ganz fertig. Das ist aber eher Zen und hat mich zujm Bemalen geführt.

Gameplaymechanik

Da geh ich jetzt nicht in die Details. Aber es läuft darauf hinaus, dass ihr euch rundenweise über das Spielbrett bewegt und zwar über die besten aller Felder: Hexfelder <3.
Gorechosen beginnt, indem sich jeder Spieler (2-4) in zufälliger Reihenfolge einen Krieger wählt und ihn aufstellt.
Es gibt ein Initiativedeck, darin ist analog zur Wut eures Charakters eine Anzahl identischer Karten enthalten. Ein Beispiel: Spieler 1 ist sehr wütend. Er gibt vier Karten in das Deck, Spieler 2 ist gaaanz entspannt und packt nur 2 Karten rein und Spieler 3 ist halbhalb mit drei Karten. Das Deck wird komplett abgehandelt, also wäre Spieler 1 viermal in der Runde dran, Spieler 2 zweimal und Spieler 3 dreimal.
Wenn ihr dran seid, dürft ihr mindestens eine eurer jede Runde aufgefrischten fünf Aktionskarten legen und Bewegungs-, Angriffs- und Spezalaktionen spielen. Ihr könnt auch eure je nach Kämpfer individuell unterschiedliche Sonderfähigkeit nutzen – die aber immer 2 Karten kostet.
Treffer können kritische Wunden verursachen, diese werden über ein Deck gezogen und können zum sofortigen Tod führen. Außerdem können Spieler in eine Grube geworfen werden, was zum Instatod führt. Je nach gewähltem Krieger gibt es unterschiedliche Trefferwürfe, Reichweiten und Sonderfähigkeiten. Sie unterscheiden sich so angenehm.

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Es geht Vexnar an den Kragen.

Gameplayflow – wie spielt es sich und fühlt sich an

Deutlich komplexer als gedacht! Vor dem Kauf dachte ich: „Ja okay, Minipit. Vier Krieger hauen sich auf die Nase und fallen nacheinander um. Sowas wie King of Tokyo in noch lockerer.“ Aber nix da! Die Aktionskarten lassen beim Kampf ein wenig Roborally-Feeling aufkommen (zwei Felder nach vorne und Ausrichtung muss beibehalten werden). Oder vier Felder bewegen, aber nicht neben einem anderen Krieger stehenbleiben. Verschiedene Taktiken sind machbar, zum Beispiel: Schön aus allem raushalten und aus der Entfernung mitmischen – oder den kleinen Feigling, der die gerade beschriebene Taktik versucht, schnappen und den vermöbeln. Das Spiel ist gespickt mit Momenten wie: „Kritisch! Kopftreffer! 3W6 würfeln und wenn eine 6 dabei ist, ist der Kopf ab!“ War sehr kurzweilig und hat großen Spaß gemacht!

Finanzielles Modell

Häh, was ist denn das für ein Punkt bei einer Brettspielrezension? Wie gesagt, das Spiel hat 45 Euro gekostet. Vollkommen okay für ein Spiel mit diesem Inhalt! Aber ich musste noch Kleber für die Modelle kaufen (circa 5 €). Dann habe ich noch Farben gekauft (ein paar hatte ich). Aber trotzdem brauchte ich noch fünf weitere für jeweils 4 €. Und ’nen neuen Pinsel (5 €). Dann gibt es noch vier weitere Kriegercharaktere, die im Regelwerk stehen, aber deren Modelle nicht in der Box enthalten sind. Diese kosten 15€ bis 23€ pro Model. Aber in der Augustausgabe des White Dwarf (dem GW-Magazin) gab es noch eines der vier Modelle als Gratisbeilage. Den musste ich auch kaufen für 8 €. (Sonst hätte der 23 € gekostet, den MUUUUUUSSTE ich haben) Summa Sumarum habe ich jetzt 78 € gezahlt um das Spiel auf den Tisch zu bringen. Wahrscheinlich kauf ich auch noch mindestens einen weiteren Krieger. Dann bin ich bei fast 100 €. Im White Dwarf gab es dann noch Regeln für NOCH ZWEI weitere Krieger (auch mal ’ne Frau), jeweils um die 20 €! Das heißt, wenn ich das Spiel komplett mit allen Kriegern will – OHNE Farben – oder Kleber komme ich auf gut 120 €. Da ist er wieder, der gierige GW-Zwerg, der nur mein bestes will, mein Geld!

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Die Miniaturen inklusive der Figur aus dem White Dwarf.

Langzeitmotivation

Schwierig zu sagen, ich hab es ja erst ’ne Woche. Eher nicht unendlich. Sehr spaßig war es, aber die Kämpfe waren sich doch sehr ähnlich. Ich glaube, dass der Kauf von weiteren Kriegern den Spielspass nicht unendlich steigert. Es gibt ein paar Optionen wie man Gorechosen noch spielen kann. „Alle gegen einen“ und ein Drafting-System, das aber nicht spektakulär ist. Außerdem müssen es die richtigen Mitspieler sein. Wenn ich mit meiner Frau spiele, möchte ich ihr nicht unbedingt mit dem Morgenstern zu oft von hinten eins über den Kopf ziehen, das gibt kein gutes Ehekarma! Aber gestern habe ich mit zwei Kumpels gespielt, mit denen das optimal ist! Die haben es beide verdient. Aber Gorechosen ist ein Spiel, das in einer Stunde durchgespielt ist und damit wahrscheinlich öfter angezockt wird als die ganzen Brocken in meiner Sammlung. Ich denke, King of Tokyo hat Konkurrenz bekommen!

Fazit

Ich finde Gorechosen gut und alle Mitspieler bisher auch! Es ist kurzweilig, ohne Banane zu sein. Es bleibt Raum für Taktiken und nur auf das Glück darf man sich nicht verlassen. Den Neppfaktor von GW nehme ich so hin, da habe ich kein Problem mit. Die Miniaturen finde ich immer noch Wahnsinn und wahrscheinlich kaufe ich deshalb weitere. Gorechosen hat mich zum Anmalen von Figuren gebracht und das finde ich super. Denn neben den paar Stunden Regeln lesen und Spielen habe ich viele schöne Bemalstunden gehabt und ein paar weniger schöne Klebestunden! Super Spiel!

Das Urteil

Gorechosen bekommt eine 8 von 10.

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