Jahresrückblick 2016: Ulf

Das Jahr geht schon wieder zu Ende und dieses Jahr fällt es mir schwer wie selten, einen Rückblick zu schreiben. Das liegt zum einen daran, dass irgendwie immer mehr Fortsetzungen, Reboots oder Abwandlungen des immer gleichen Mists erscheinen. Und zum anderen auch sicher daran, dass sich mein grundsätzlicher Mediengeschmack nicht mehr so groß verändert. Ich gebe z.B. immer seltener neuen Bands eine Chance und höre dafür immer die gleichen 20 Alben. Im Kino gehe ich viel in Sneak-Previews, wo auch zugegebenermaßen öfter mal ziemlich coole Filme laufen, aber so richtig abseits des Mainstream bewege ich mich da nicht. Aber gut, irgendwas muss mir ja auch 2016 gefallen haben, also krame ich mal ein wenig im Gedächtnis.

Von unserem Gastautor Ulf.

Gesehen

Green Room von Jeremy Saulnier hat mich ziemlich geflasht. Selten einen so bedrückenden, überraschend krassen und spröden Film gesehen. Auch der Gorehound in mir kam auf seine Kosten und Imogen Poots als krasses Skingirl hatte einige echte WTF-Momente. Captain America: Civil War hat dafür auf der Superhelden-Front richtig viel richtiggemacht, ein sehr starker Film mit nur ganz wenig Schwächen, da konnte auch Deadpool nicht mithalten (der aber auch gut war). Enttäuschend war dafür auf jeden Fall Suicide Squad, der ging leider so gar nicht und hat mich über nahezu die gesamte Laufzeit richtig verärgert.
Eigentliches Highlight war aber die TV-Serie Stranger Things. Die ist wirklich so gut, wie alle (Nerds) sagen und sollte von jedem, der sich auch nur halbwegs für die 1980er Jahre und ihre Popkultur interessiert, gesehen werden. TOP.

Gelesen

metal_heroesIch bin mal gewagt und nenne mal ein Spielbuch als absolutes Highlight 2016. Swen Harder hat mit Metal Heroes – And The Fate Of Rock ein echtes Brett vorgelegt. Auf etwas mehr als 800 Seiten verfolgt man die Karriere einer jungen Heavy Metal Band mit allen Höhen und Tiefen, die man sich so vorstellen kann. Dabei funktionieren sowohl Spielmechanik als auch Abwechslung gleichermaßen und genau diese Art von Buch könnte sogar die perfekte Brücke zwischen Videogame und richtigem Buch schlagen. Eine CD mit für das Buch wichtigen Songs liegt auch bei und illustriert ist das Ganze auch noch. Zuschlagen, wenn es geht Pantera-Style in die (blöde) Fresse!

Gespielt

Klar, das Witcher 3 Add-On Blood & Wine war so toll wie erwartet. Ich habe bereits das Hauptspiel geliebt und auch die Bücher nach und nach alle gelesen und so gab es hier noch mehr vom Bewährten. So richtig geile Rollenspiele sind auch 2016 nicht erschienen, leider. Im Open-World-Bereich habe ich mir dann mal gegeben, wie eine gut gestartete Serie mit Mafia 3 regelrecht an die Wand gefahren wurde. Am besten war noch der Soundtrack, aber es ist auch keine Kunst, gute Songs aus einer Periode auszuwählen und für ein Videospiel zu lizenzieren. Und der Rest hat zwar irgendwie Spaß gemacht, aber irgendwie war es auch nix. Watch Dogs 2 hat mir da schon besser gefallen, zwar nicht immer die tollsten Charaktere, aber die Spielmechanik hat funktioniert und ich hatte viel Spaß. Den meisten Spaß hatte ich allerdings mit DOOM. Meine Fresse, wie konsequent man das Oldschool-Feelling mit moderner Technik kombiniert hat. Und die Musik erst. Dicken Daumen hoch für DOOM.

Gehört

Ich mochte damals ja Transvision Vamp sehr und Frontfrau Wendy James hat seit der Auflösung der Band auch die eine oder andere Solo-Scheibe gemacht. Also habe ich ihr neues Album The Price Of The Ticket via Pledge Music mitfinanziert und muss sagen: Die Scheibe ist echt toll geworden, nur das doch recht provokative Cover hätte man nicht noch als T-Shirt dem Vorbesteller-Paket beilegen müssen. Dennoch: Sehr zu empfehlen, wenn man auf atmosphärischen Rock mit starken Independent-Einschlag steht. Enttäuscht hat mich dafür die erste Veröffentlichung von Spazztic Blurr seit fast 30 Jahren. Die Happy Dum-Dums betitelte Scheibe geht gerade mal 23 Minuten und hat als Bonus noch die Demos von 1986 dabei, veröffentlicht als Doppel-LP mit tollem Booklet und auch echt druckvollem Sound. Aber leider dann doch eher Style over Substance. Schade.

Und das war’s auch schon. Persönliches Highlight war noch meine Japan-Reise Anfang 2016, da muss ich unbedingt noch einmal hin und auf Rogue One freue ich mich auch total, werde den dann sicher im O-Ton gesehen haben wenn Ihr das hier lest.


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