Protektor – Monsterjäger mit Sockenschuss

John Sinclair, Buffy oder Blade: Wer kennt sie nicht, die windschnittigen und wagemutigen Helden und Weltretter? Deutschlands Antwort auf die Dämonenfrage ist Klaus Holger, ein Langzeitarbeitsloser mit geringem Antrieb und unbefriedigter Libido. Nachdem er von einer unbekannten Schönheit aufgerissen wird, verändert sich nicht nur sein Hormonpegel. Von nun an
soll er als Protektor die Welt vor Dämonen, Vampiren und anderem Kroppzeug bewahren.

Ein Gastbeitrag von Mirja Dahlmann, Journalistin und Herrin von Wuppermond.

Das Cover von Protektor - Monsterjäger mit Sockenschuss zeigt ein stilisiertes Männchen mit einem Kreuz und einem Pfahl in den Händen, das ausrutscht und unsanft auf dem Hintern landet.Schwammig, unrasiert und aufgedunsen ist der durch die Arbeitslosigkeit verranzte Klaus Holger nicht gerade ein Frauenschwarm. Als er in der Disco auf die aufregende Veronique trifft, verändert sich seine klägliche Existenz. Ob zum Besseren, soll der Leser selbst entscheiden. Nachdem er allein, von der Dame niedergestreckt, in einer fremden Wohnung erwacht, scheinen sich seine erotische Anziehungskraft, aber auch seine übersinnlichen Fähigkeiten entwickelt zu haben.
Gemeinsam mit Kuh Kunigunde soll der Dämonenjäger wider Willen nun das Land vor den Scharen der Hölle bewahren.

Der lustige Mysteryroman von André Wiesler liest sich kurzweilig, besonders, da er ein – seien wir ehrlich – zuweilen etwas abgenudeltes Genre auf die Schippe nimmt. Der Aufstieg vom Bauern zum Drachentöter ist ein beliebtes Motiv, aber Klaus Holger (Holger ist übrigens der Nachname) ist sozusagen ein Anti-Anti-Held, den wir (das königliche Wir) zusätzlich in zahlreichen – mitunter entblößenden – Rückblenden näher kennenlernt. Wiesler schreckt dabei glücklicherweise nicht vor peinlichen Momenten zurück und zeigt das frühere Ich seines Helden beim Onanieren oder auch beim Beklauen seiner senilen Großmutter. Die Intention des Autors, dass sein Werk den Leser unterhalten möge, ist eindeutig erfüllt. Ideal eignet sich das Buch, um Fantasyfreunden ein Schmunzeln und den einen oder anderen Lacher zu entlocken.

Anmerkungen der Redaktion: Wenn Fischpott-Autor André Wiesler ein Buch herausbringt, dann berichten wir natürlich daüber. Für eine objektive Rezension haben wir uns deswegen Mirja als Gastautorin eingeladen.


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