Rat der Neun – Gezeichnet

Ein fremder Planet, zwei verfeindete Völker, eine verbotene Liebe: Unsere Gastautorin Karla hat Rat der Neun – Gezeichnet von Veronica Roth gelesen.

Cover von Rat der Neun - Gezeichnet von Veronica Roth

Rat der Neun – Gezeichnet von Veronica Roth

Der Klappentext besagt, dass Veronica Roth eine „Weltbestellerautorin“ wäre. Mir hat ihr Name bis zu diesem Buch nicht gesagt, aber ich kann ja googeln und habe herausgefunden, dass sie die erfolgreiche Trilogie Die Bestimmung geschrieben hat, die auch schon verfilmt wurde. Da ich aber diese aber ebenfalls nicht kenne, habe ich Der Rat der Neun – Gezeichnet völlig unvoreingenommen gelesen.

Bei dem Buch handelt es sich um den ersten Band einer Duologie. Band zwei soll 2018 erscheinen. Soviel vorweg: Das Buch endet offen, aber ohne großen Cliffhanger.

Ein paar Worte zur Handlung: Die Geschichte spielt auf einem fremden Planeten, auf dem zwei Volksgruppen leben, die sich in einem Bürgerkrieg befinden. Auf der einen Seite die friedliebenden und blumenzüchtenden Thuve, auf der anderen Seite die kriegerischen Shotet.

Das Besondere in diesem Universum ist, dass jeder Bewohner eine besondere Lebensgabe hat, die sich offenbart, wenn er (oder sie) die Kindheit hinter sich lässt. Einige wenige Bewohner haben jedoch ein bestimmtes Schicksal, welches ihre Zukunft bestimmt.

Hauptcharaktere sind Cyra, eine Shotet, und Akos, aus dem Volk Thuve. Die beiden sind nicht nur durch ihre Schicksale, sondern auch durch ihre Lebensgaben miteinander verbunden. Sie treffen aufeinander, da Cyras Bruder, der Herrscher der Shotet, versucht seinem Schicksal zu entkommen, indem er Akos und seinen Bruder entführt.

Romeo und Julia – in Space!

Was zwangsläufig passiert, wenn zwei Jugendliche aufeinander treffen, die „eigentlich“ Feinde sein sollten, muss ich nicht sagen, oder? Und dass diese beiden natürlich versuchen aus der Tyrannei auszubrechen, vermutlich auch nicht.

Das Buch wechselt mehrfach die Perspektive zwischen den beiden Hauptcharakteren, wobei Cyras Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt wird und Akos’ Handlungsstrang in der dritten Person beschrieben wird. Der Lesefluss wird zwar dadurch nicht stark beeinträchtigt, es hat mich aber beim Lesen doch irritiert, weil mir nicht klar war, warum.

Schade finde ich, dass die Autorin hinter den Möglichkeiten bleibt, die ein Science-Fiction Roman bieten könnte. Von einem Buch, das auf einem fremden Planeten spielt, erwarte ich „special features“, welche auf der Erde nicht gegeben sind. Die Besonderheiten der Charaktere (vorgegebenes Schicksal, besondere Gaben) passen meines Erachtens besser in ein Fantasy-Setting.

Fake News und Zensur

Außerdem vermisse ich einen tieferen Einblick in die gesellschaftlichen Strukturen der beiden Völker. Die Hauptcharaktere kommen beide aus Familien der Oberschicht, für die die Regeln des einfachen Volkes nicht zwangsläufig gelten. Dabei finde ich gerade die gesellschaftskritischen Aspekte des Romans (Zensur der Medien beziehungsweise „Fake News“, der Umgang der verschiedenen Bevölkerungsgruppen untereinander) interessant.

Fazit: Ein unterhaltsamer Roman, der leider hinter seinen Möglichkeiten bleibt. Man kann Rat der Neun – Gezeichnet gut mit ins Feriengepäck stecken oder auf dem Weg zur Arbeit lesen( (wenn man mit Bus und Bahn fährt, beim Autofahren sollte man nicht lesen…), es ist aber kein Buch, dass man nicht mehr aus den Händen legen kann, weil es so spannend ist. Müsste ich Sterne 1 verteilen: Drei von Fünf.

  1. Oder, Anmerkung der Redaktion, Fische

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