Residue

Was übrig blieb

„Nothing ends, Adrian. Nothing ever ends.“
– Dr. Manhattan, Watchmen

Geisterfotografie, eine Regierungsverschwörung, eine Quarantänezone mitten in einer englischen Großstadt – Residue verbindet all das zu einem verheißungsvollen Anfang. Allerdings bisher ohne Ende.

Anschlag in der Silvesternacht

Da läuft was schief in der Zukunft: In einer englischen Metropole, 20 Minuten in der Zukunft, geht zur Silvesternacht eine Bombe in einem Nachtclub hoch. Die Regierung riegelt das ganze Viertel ab, die Begründung ist Irgendwas mit Bio-Waffen. Eine Art toxischer Rückstand, ein Residue. Monate später besteht die Quarantänezone immer noch. Regierungssprecher Jonas Flack (Misfits- und Game of Thrones-Star Iwan Rheon mal als Nice Guy) muss sich immer neue Begründungen für die Aufrechterhaltung einfallen lassen. Seine Freundin, die Fotografin Jennifer Preston (Harry Potter- und Game of Thrones-Star Natalia Tena) entdeckt derweil auf immer mehr Fotografien dunkle Schemen. Auf Fotografien von Menschen, die sich oder andere getötet oder verstümmelt haben. Der Polizist Levi Mathis (Jamie Draven als sehr geschniegelt aussehender Alkoholiker) untersucht auf eigene Faust den Silvester-Anschlag, den der Rest der Polizei nicht besonders zu interessieren scheint.

Eine Großstadtszene nachts, die Häuser sind mit Plastikfolie umhüllt, auf den Straßen stehen hell gleißende Lampen. Eine Frau und ein Mädchen stehen sich gegenüber, die Frau hat eine Atemmaske auf.

Kein Ende in Sicht

Residue leidet keineswegs an einem Mangel an Handlungssträngen und Verwicklungen. Die Regierungsverschwörung, der Anschlag, die seltsamen Schemen und die Quarantänezone sind Mysterien, die miteinander verknüpft sind, in den drei fertigen Folgen aber nicht aufgeklärt werden. Denn Residue ist im Grunde nur eine Pilotfolge, ob es eine Fortsetzung geben wird, steht in den Sternen. Wenn man das weiß, kann es trotzdem lohnenswert sein, sich auf die zweieinhalb Stunden in der mysteriösen Metropole einzulassen. Die Stimmung der verödeten, fremdartigen Großstadt wird durch die leeren nächtlichen Straßenzüge, aufgenommen in Hong Kong, London und Yorkshire, und den Soundtrack nahezu perfekt wiedergegeben. Die Schauspielriege, allen voran Natalia Tena, macht ihre Sache ganz hervorragend. Wer damit leben kann, dass Geheimnisse ungelöst bleiben und offene Fäden nicht verknüpft werden bekommt einen stimmungsvollen Geschichtenanfang. Vielleicht geht es ja doch irgendwann einmal weiter.

Disclaimer: Fischpott hat freundlicherweise von Polyband ein Testmuster der deutschen DVD-Version zur Verfügung gestellt bekommen.

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Über Fabian

Fabian Mauruschat ist Journalist, Blogger, Nerd und Monster-Experte. Er lebt irgendwo zwischen Ruhr, Rhein und bergischem Land. Hier arbeitet er als Gamesjournalist und Autor, unter anderem für Spiegel Online, das Stadtmagazin coolibri und das Games-Magazin WASD. Außerdem mag er Bücher, Spiele und Tiere, würde aber nie welche essen.

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