Steam Park

Achterbahnen und Schmieröl

Ein Vergnügungspark ist nichts für Miesepeter: Kinderlärm, fröhliche Familien, klebrige Zuckerwatte und dann stolpern angetrunkene Mitmenschen aus der Achterbahn. Dagegen klingt die Alternative Steam Park doch gleich viel angenehmer: Statt Menschen amüsieren sich hier Roboter. Das ist zwar hygienischer, aber leider nicht viel sauberer. Denn statt klebriger organischer Überreste verursachen die Roboter jede Menge Dreck.

Das ist die Prämisse von Steam Park von Lorenzo Silva, Lorenzo Tucci Sorentino und Aurélien Buonfino. Jeder Spieler baut einen Roboter-Vergnügungspark, und wer das meiste Geld von den Robo-Kunden einnimmt, gewinnt – wenn er nicht gerade im Dreck erstickt. Denn jede Runde wächst die Halde jedes Spielers, wird sie zu groß, verliert man das Spiel.

Schön verschroben

Auf den ersten Blick ist Steam Park eine sehr bunte Angelegenheit. Die Attraktionen sind wunderbar verspielt und wirken wie von Tim Burtons Designteam entworfen. Die Illustrationen von Marie Cardouat und das Grafik-Design von Matteo Zanfi verleihen der leicht schrägen Idee „Roboter-Freizeitpark“ ein angemessen liebenswert-verschrobenes Äußeres.

Die Aufstell-Attraktionen von Steam Park: Rosafarbene Schlösschen und lilafarbene Kraken-Karussels.

An die Würfel, fertig, los!

Jede Runde von Steam Park beginnt etwas hektisch: Alle Spielenden würfeln gleichzeitig mit sechs Würfeln, auf denen unterschiedliche Symbole zu sehen sind: Mit Zelten baut man Stände, mit Hammer und Schraubenschlüssel Attraktionen, mit Besen macht man Dreck weg und mit stilisierten Robotern lockt man Kunden an. Nach jedem Würfeln legt man die erwünschten Ergebnisse auf das eigene Robo-Schwein und kann mit dem Rest weiter würfeln. Hektisch ist die erste Runde, weil hier das Recht des Schnelleren gilt: Wer zuerst alle Würfel auf dem Schwein liegen hat, greift sich das Starterplättchen und darf nicht nur als erster anfangen sondern auch noch Dreck wegmachen.

Steam Park zu klein? Einfach anbauen

In der folgenden Phase nutzen die Spielenden der Reihe nach und nach ihre erwürfelten Aktionen. Sie errichten Attraktionen, auf denen sich später Roboter festsetzen, sie bauen Stände, die Sonderregeln freischalten, sie entfernen Dreck, erweitern ihr Parkgelände oder locken Robo-Gäste an. Aufgrund der strikten Regeln für das Besetzen der Baufläche ist das Bebauen nicht ganz einfach und ein Erweitern der 4 x 4 Felder früher oder später notwendig.

Ach ja, ganz vergessen: Die Spielenden können auch Karten ausspielen. Auf denen sind verschiedenen Bedingungen vermerkt, die ein paar Danari einbringen können. Aber dieser Spielmechanismus wirkt etwas angeflanscht – es war wohl noch eine Seite auf dem Würfel frei.

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Blau steht auf Blau

Das Anlocken der Robo-Kunden ist zum Teil Glückssache. Wer zum Beispiel nur rosa Attraktionen hat, möchte natürlich ganz viele rosafarbene Roboter ziehen – denn nur rosafarbene Roboter mögen rosafarbene Attraktionen. Dazu kann man in den Beutel mit sechs Robotern je nach Würfelglück X rosafarbene Roboter schmeißen und darf dann auch X Roboter aus dem Beutel ziehen. Mit etwas Pech sind die aber alle grün und blau. Dafür freut sich die nächste Spielerin, die gerne grüne oder blaue Roboter ziehen möchte, denn jetzt sind fast nur rosafarbene im Beutel. Aber vielleicht hat sie einen Infostand und kann kurzzeitig einen Rosa-Robot auf einer blaue Attraktion platzieren.

Mach den Dreck weg!

Wie das Beispiel zeigt: Steam Park beinhaltet auch einen großen Glücksfaktor, der strategische Planungen schwer macht. Am besten orientiert man sich zu Spielbeginn an den eigenen Karten (wenn man mit schwarzen Attraktionen ein paar Danari extra machen kann, fängt man einfach mit denen an) und passt sich im Verlauf des Spiels den Würfeln und Karten an. Nur eines sollte man nicht vergessen: Dreck wegmachen – eine zu große Halde kann einen den Sieg kosten.

Disclaimer: Fischpott hat ein Rezensionsexemplar von Steam Park vom Heidelberger Spieleverlag  erhalten.

Alter: 10+
2-4 Mitspielende
60 Minuten Spieldauer


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