The Five Doctors – Die Fünf Doktoren

Auf eine kleine Zeitreise schickt uns Pandastorm mit der Special Edition Version von Die Fünf Doktoren. Zum zwanzigsten Geburtstag der Serie Doctor Who hatte die BBC 1983 dieses Special produziert, bei der alle bisherigen Inkarnationen des außerirdischen Zeitreisenden zusammentrafen.

Wer durch die Zeit reist, kann sich selbst begegnen. Diese faszinierende Idee wird in Film und Fernsehen äußerst selten gezeigt, was zwei Ursachen hat. Die eine ist die Technik. Verdopplung von Personen war lange Zeit sehr aufwendig, teuer und sah meistens eher billig aus. Die andere ist der Plot. Bei Selbstbegegnungen von Zeitreisenden müsste eigentlich eine_r von beiden schon wissen, wie alles ausgeht.1 Die Fünf Doktoren löst zumindest das Problem der Technik sehr souverän. Da der Doktor alle paar Jahre (Jahrzehnte? Jahrhunderte?) in einer anderen Gestalt regeneriert, musste Regisseur Peter Moffatt2 nur die fünf Schauspieler vor die Linse kriegen.3 Das Plot-Problem wurde einfach durch Ignorieren gelöst.

In der malerischen Todeszone

Eine geheimnisvolle Macht teleportiert die ersten vier Inkarnationen des Doktors in die Todeszone auf Gallifrey, den Planeten der Time Lords. Dabei bleibt der vierte Doktor in einer Art Zeitgitter hängen4. Die Todeszone war eine Art Arena zur Zeit des Herrschers Rassilon, im Zentrum der Zone liegt auch dessen Gruft. Gleichzeitig spürt der fünfte Doktor, dass in seiner Vergangenheit herumgepfuscht wird und reist mit seinen Companions selbst in die Todeszone. Das High Council der Time Lords bemerkt ebenfalls die Zeitmanipulationen und überzeugt den Master, den Erzfeind des Doktors, in die Zone zu gehen, um seinen Widersacher zu retten. Dort sind mittlerweile auch Daleks, Yetis und Cybermen hinter den Doktoren her, die sich alle auf den Weg zur Gruft von Rassilon machen. Dort muss es einen Ausweg geben.

Vier Männer, drei davon im fortgeschrittenen Alter, in unterschiedlichsten Outfits in einer steinernen Halle. Im Hintergrund ist eine blaue Police Box zu sehen.

Von links nach rechts: Der dritte Doktor (Jon Pertwee), der zweite Doctor (Patrick Troughton), Doktor Nr. Fünf (Peter Davison) und der erste Doktor (Richard Hurndall) in der Gruft von Rassilon.

Wie schon bei den Re-Releases der Staffeln des siebten Doktors ist bei Die Fünf Doktoren Nostalgie ein schwerwiegender Faktor. Stellenweise alberne Kostüme, lächerliche Monster und altmodische Effekte gehören ebenso dazu wie die außerirdische Todeszone am malerischen See Cwm Bychan in Wales. Wer sich darauf einlässt, bekommt eine Zeitreise durch die Geschichte der legendären BBC-Serie, die durchaus unterhaltsamer ist als das Doku-Drama Ein Abenteuer in Raum und Zeit. Das Special weckt vor allem die Neugier auf die ersten zwanzig Jahre von Doctor Who. Man lernt die Doktoren zwar alle etwas kennen, bleibt aber neugierig auf ihre eigenen Abenteuer zurück. Vielleicht wäre das ja mal ein Ansatz für die nächste Pandastorm-Veröffentlichung aus dem Whoniverse: Keine Komplett-Staffeln, sondern ein paar ausgesuchte Folgen mit jedem Doktor, die einen Querschnitt dieser langlebige Serie zeigen.

Das Zusatzmaterial ist, wie immer bei Pandastorm, sehr umfassend. Zusätzlich zu den regulären Untertiteln gibt es Info-Untertitel, die Hintergrundinfos zu den meisten Szenen bieten. Audiokommentare von Doktor Nr. Fünf Peter Davison und Drehbuchautor Terrance Dicks gehören mit zum 3-DVD-Paket, das außer der neunzigminütigen TV-Fassung die Special Edition (104 Minuten) von 1995 und eine DVD mit Bonusmaterial enthält.

Disclaimer: Fischpott hat von Pandastorm die DVD zu Rezensionszwecken erhalten.

Der fünfte Doktor und seine Gefährten, umgeben von Planetenbildern, der schwebenden Tardis, Daleks und Cybermen.

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  1. Das so etwas trotz aller Paradoxie-Gefahren sehr gut funkionieren kann, zeigt der spanische Film Time Crimes (Los Cronocrímenes).
  2. Nicht verwandt mit dem aktuellen Showrunner Steven Moffat.
  3. Bis auf einen: Richard Hurndall übernahm die Rolle des ersten Doktors, da dessen Schauspieler William Hartnell 1975 gestorben war.
  4. Tom Baker wollte nach seinem Ausscheiden aus der Serie nicht mehr mitspielen.
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Über Fabian

Fabian Mauruschat ist Journalist, Blogger, Nerd und Monster-Experte. Er lebt irgendwo zwischen Ruhr, Rhein und bergischem Land. Hier arbeitet er als Gamesjournalist und Autor, unter anderem für Spiegel Online, das Stadtmagazin coolibri und das Games-Magazin WASD. Außerdem mag er Bücher, Spiele und Tiere, würde aber nie welche essen.

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