Battlefield 5 (PS4 – EA / DICE)

Alle Jahre wieder kommt die große Ego-Shooter-Zeit, wenn Activision und EA ihre Shooter-Flagschiffe auf die Welt loslassen. Während Call of Duty 2018 wieder auf ein Sci-Fi-Setting setzt, wandert Battlefield auf geschichtlichen Pfaden und schickt die Spieler in die brutalen Wirren des Zweiten Weltkrieges.

Die Gräuel des Krieges

Wie schon vor zwei Jahren bei Battlefield 1, wo dem Spieler im Intro hautnah das Grauen des ersten Weltkrieges näher gebracht wurde, stehen auch die ersten Spielminuten von Battlefield 5 im Zeichen des Kriegshorrors.
In einem moralisch angehauchten Tutorial hat man die Möglichkeit sich schon mal ein wenig in die Steuerung des Spieles einzugrooven, wobei Battlefield-Veteranen sich eigentlich innerhalb weniger Minuten schon „zu Hause“ fühlen sollten.

Natürlich gibt es auch in BF5 eine Solokampagne, in der man drei Kriegsgeschichten verschiedener Protagonisten spielen kann, die einen fernab der üblichen Zweite-Weltkrieg-Szenarien (Normandie, Berlin, Stalingrad …) nach Norwegen und Afrika bringen.
Doch ähnlich wie schon beim Vorgänger BF1 bleiben die Geschichten oft etwas oberflächlich, so dass man sich nicht wirklich in die Protagonisten einfühlen kann. Außerdem sind die Einzelspielermissionen leider oftmals nicht wirklich originell und packend.
Doch ehrlicherweise muss ich auch sagen, dass ich niemanden kenne, der sich einen Battlefield-Titel wegen der Solokampagne kauft.

Massenkeilerei auf hohem Niveau

Im Multiplayer-Modus bleibt alles beim Alten und irgendwie doch nicht. Tatsächlich hat DICE an den Grundfesten des Battlefield-System nichts geändert.
Es gibt immer noch viel Klassen (Sturmsoldat, Sanitäter, Versorger und Aufklärer) und jeder dieser Klassen hat sein eigenes Waffenset und seine eigene Fähigkeiten, die sich strategisch ergänzen.
Denn auch bei BF5 ist Teamplay entscheidend und so machen Spieler, die sich spielergebnisorientiert in ihre 4er-Squad einbringen auch wesentlich mehr Punkte als Camper, die alleine unterwegs sind und nur ihre K/D im Kopf haben.

Trotzdem haben die Entwickler von Battlefield es geschafft viele kleine Änderungen in das Spiel einzubauen, die oft wirklich sinnvoll und manchmal ein wenig nervig sind.
Auf der sinnvollen Seite findet man beispielsweise, dass alles Klassen ihre Teamkameraden jetzt wiederbeleben können, wenn auch nicht so schnell wie der Sani, und die Möglichkeit an neuralgischen Punkten, wie bei Fortnite, Barrieren aufzubauen.
Auch die Verknappung der Ressourcen (Munition und Leben) fördert das Teamplay, weil man viel mehr auf die Hilfe seiner Kameraden angewiesen ist.
Weiterhin kann der Truppführer jetzt ab bestimmten erreichten Trupp-Punktzahlen auch Verstärkung in Form eines Panzers oder eines Luftschlags anfordern.

Mir persönlich eher negativ aufgefallen, ist die Tatsache, dass man Gegner nicht mehr sichten kann und man nach seinem Tod nicht sieht, von wem und wo man erschossen wurde. Das spielt dann eher den Campern und Snipern entgegen, die sich nicht wirklich am Spiel beteiligen wollen, sondern nur auf Kill-Suche sind.

Auch das Waffen-Balancing lässt meiner Meinung nach noch ein wenig zu wünschen übrig.
So laufen auf den Maps kaum Sanitäter rum, weil die MPs im Gegensatz zu den Waffen der anderen Klassen eindeutig schwächer sind, dafür wird man gefühlt jedes zweite Mal durch einen Versorger gekillt.

Wobei es bei mir auch mal zu Frustmomenten kommt, weil ich oft das Gefühl habe, den Gegner früher oder öfter getroffen zu haben und dann nach einem Schuss seinerseits flachgelegt wurde.
Hier gibt es auf jeden Fall auch noch Verbesserungspotential. Nicht umsonst wird das Thema momentan auch in der BF-Gemeinde hart diskutiert (bei Interesse einfach mal BF5 TTK und Netcode googlen).

Neben den klassischen Spielmodi wie Eroberung oder Team-Deathmatch gibt es die Große Operationen wo man mehrere Karten nacheinander spielt und man sich bei Siegen Vorteile für die nachfolgende Karte erarbeiten kann.
In „Letztes Gefecht“ bekriegen sich zwei Teams aus 32-Spielern, wobei alle Spieler nur ein Leben haben, während die Karte durch Artilleriefeuer an den Außenbereichen immer kleiner werden.
Ab März soll es auch einen – in Mode gekommenen – Battle-Royal-Modus geben.
Einen Rush-Modus gibt es leider in der Form nicht.

Keine Zeit zum Gucken

So wirklich viel Zeit die Landschaft auf sich wirken zu lassen, hat man bei BF5 nicht … und das ist schon ein wenig schade, denn es wirklich gut aus. Es ist vielleicht kein Red Dead Redemption 2 aber was DICE hier aus der Frostbite-Engine rausgekitzelt hat, ist alle Ehren wert.

Gerade die Zerstörungseffekte sehen richtig gut aus, auch wenn ich mich das eine oder andere Mal geärgert habe, weil ich an irgendeinem Trümmerteil hängen geblieben bin.
Die Karten sind dabei wirklich gut geworden, bis auf wenige Ausnahmen.
Aber für jeden Ego-Shooter-Spieler gibt es in jedem Spiel auch seine Hass-Karten und das ist bei mir eindeutig die Flugplatz-Karte, bei denen es nur so von Sniper-Campern wimmelt.
Manchmal sehen Bergkämme dann wegen der Lichtreflektionen der Sniperzielfernrohre aus, als seien sie mit Leuchtgirlanden behangen worden.

Battlefield 5: Fazit

Mit Battlefield 5 hat DICE wieder einmal ein richtiges Ego-Shooter-Brett auf die Beine gestellt.
Allerdings ein Brett an dem noch ein wenig geschliffen werden muss, denn bei einigen Dingen gibt es Verbesserungspotential (Netcode, TTK, Spotting …).
Ob und was da noch kommt, werden die nächsten Updates zeigen.
Mit der Verstärkung des Fokus auf das Teamplay ist DICE auf jeden Fall auf dem richtigen Weg, auch um sich ein wenig von der prominenten Konkurrenz abzuheben.

Fischpott-Disclaimer: Wir haben ein Rezensionsexemplar von EA Games erhalten.


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