Battlefront 2 (Electronic Arts – PS4)

Nach dem äußerst gelungenen Battlefield 1 setzt EA 2016 die Reihe ein Jahr aus und kommt pünktlich zum neuen Star Wars-Streifen mit dem zweiten Teil von Battlefront um die Ecke.

Das ist natürlich marketingtechnisch ziemlich clever, was auch nötig war, weil sich EA mit der Ankündigung von Mikrotransaktionen – in Form von Loot-Crates mit Inhalten, die nicht nur optisch Veränderungen sondern auch Vorteile auf dem galaktischen Schlachtfeld bringen sollten -, ordentlich in die Nesseln gesetzt hat. Immerhin haben die Entwickler die heftig vorgetragenen Wünsche der Fans berücksichtigt und sich von solchen Mikrotransaktionen verabschiedet.

Möge die Macht ein wenig mit dir sein!

Im Gegensatz zum Vorgänger enthält Battlefront 2 außer den Coop-Missionen und dem Multiplayer auch eine Einzelspielerkampagne, bei der man in die Haut der Imperialen Elitesoldatin Iden Versio schlüpft. Die Geschehnisse der Kampagne spielen kurz nach der Zerstörung des zweiten Todessterns und sie lässt den Spieler für fünf bis sechs Stunden tief in die Welt von Star Wars eintauchen. In einigen Abschnitten darf man sogar die Helden der Serie wie Luke oder Leia steuern, wodurch die eigentliche Protagonistin allerdings ein wenig in den Hintergrund tritt.
Alles in allem ist das Einfügen einer Kampagne auf jeden Fall eine richtige Entscheidung gewesen, denn dadurch wird BF2 ohne Zweifel aufgewertet, auch wenn es da in Sachen Dramaturgie und Story noch Luft nach oben gibt.

Eine Frau mit einem Blaster in imperialer Star Wars-Uniform, hinter ihr weitere Menschen in schwarzer Rüstung vor dem Banner des Imperiums.

Iden Versio, Imperiale Elitesoldatin

Deine Mutter behauptet, du wärst mein Sohn, Luke!

Was ein guter Shooter sein will, steht heutzutage auf mehreren Beinen und da ist BF2 keine Ausnahme. Neben der Einzelspielerkampagne gibt es noch einen Arkade/Koop-Modus bei dem man verschiedene Missionen erfüllen muss und natürlich einen Multiplayer-Modus, der sowohl Boden als auch Luftschlachten bietet.
Im „Sternenjäger-Modus“ kommt bei den Weltraumschlachten auch ordentlich Star Wars-Atmosphäre auf, wenn sich bis zu zwölf Spieler ein heißes Gefecht im All liefern.
Der „normale“ Mehrspieler-Modus, also für mich das Herzstück jedes Shooters, konnte mich leider nicht wirklich überzeugen. Zwar macht es schon Spaß wenn man es beim Spielmodus „Galaktischer Angriff“ mit der vollen Wucht des Star Wars-Arsenals konfrontiert wird, egal ob AT-ST bis hin zu Tie-Fightern oder X-Wings, und es fühlt sich schon verdammt episch an mitten in diesen großen Schlachten zu stecken, während die Star Wars-Musik aus den Boxen dröhnt, trotzdem vermisse ich diese gewisse Tiefe im Spiel, die andere Shooter zu bieten haben. Es fängt schon bei der Wahl der Klasse und der Fähigkeiten an. Obwohl BF2 da schon mehr zu bieten hat als der Vorgänger, fehlt mir die persönlich die Möglichkeit und die Flexibilität einen Soldaten nach Wunsch zusammen zu basteln.

Eine Raumschlacht im Star Wars-Universum, der Milliumfalke schießt auf Slave 1.

Ich habe ein wenig das Gefühl, dass die Entwickler hier eher einen Casual-Shooter für Jedermann auf die Beine stellen wollte, um auch shooterfremdes Publikum anzuziehen und ihm den Einstieg zu erleichtern. Auch das Balancing der Waffen und Helden ist etwas unausgegoren und mich regt nichts mehr auf, als dreißig Sekunden auf einen Gegner schießen zu müssen, bevor er umfällt. Für Neulinge und Anfänger mag das ja recht nett sein, aber in Ermangelung eines Hardcore-Modus für den einen oder anderen Shooterfreund wie mich nur nervig. Außerdem gibt es auch nicht die Möglichkeit bei einem Kollegen in der Nähe des Gefechts zu spawnen, so dass man nach jedem Tod erst einmal bis zu den Stellen laufen muss, wo etwas los ist.
Als gelegentlicher Shooter ist BF2 durchaus okay, aber wenn man seinen Shooter etwas taktischer und mit etwas mehr Tiefe mag, dann bleibt man lieber bei Battlefield 1.

Nach meiner Schönheit beurteilst du mich?

Verdammt, ja, BF2 sieht wirklich gut aus und hört sich wirklich gut an.
Schon beim Vorgänger kam ich erst aus dem Staunen nicht raus und BF2 schafft es sogar noch einen drauf zu setzen. Gerade die etwas anspruchsvolleren Karten (also weniger Hoth und mehr Endor) sind wirklich schick und detailverliebt.
Im Zusammenspiel mit den Soundeffekten und der Musik entsteht dadurch ein Star Wars-Feeling, das bei mir das eine oder andere Mal zur Gänsehaut geführt hat.Wookies und Klonsoldaten im Dschungel.

Fazit

Wer einen erstklassigen Shooter sucht, wird mit Battlefront 2 wohl nicht wirklich glücklich werden. Wer aber ein tolles, shiny Star Wars-Spiel sucht, kommt an den Titel einfach nicht vorbei. Möge die Macht mit euch sein.

Disclaimer: Fischpott hat ein Rezensionsexemplar von EA erhalten.

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