Braven

Jason Momoa Fans aufgepasst: Mit Braven kommt Nachschub. Ob Jason auch hier wieder sein Hemd auszieht und coole Moves macht? Finden wir es heraus! Aber von vorn. Wir haben uns beim Einlegen der Disk durchaus gefragt, was Braven überhaupt bedeutet. Eine Steigerung vom englischen Wort brave? Ne, das wäre braver und bravest. Eine Anspielung auf Bruce Lee, nur dass man statt Wasser ein Rabe ist? B-Raven? Die Lösung ist profan. Momoas Alter-Ego im Film heißt Joe Braven. Wir waren dezent enttäuscht.

Schnee, Schnee und überall gottverfickter Schnee

Wir befinden uns irgendwo in Nordamerika. Gedreht wurde zwar in Kanada, aber alles außer der Landschaft sieht eher nach The Land of the Great aus. Sicher waren wir uns nicht. Joe Braven lebt mit Frau Stephanie, Tochter Charlotte und Vater Linden in einer beschaulichen Kleinststadt. Aufregung gibt es dennoch ein wenig. Linden ist manchmal ziemlich durch den Wind. Er hatte wohl vor einiger Zeit einen Unfall und benimmt sich seit dem ein wenig alzheimerig. So geht er immer wieder zur Trinity-Bar (ich hätte ja Trident-Bar lustiger gefunden, so Aquaman-Style) und verwechselt zufällige Gäste mit seiner verstorbenen Frau. Und Joe darf dann antanzen, sich mit der Belegschaft und den Gästen prügeln und vom Sheriff eine Ermahnung abholen. Und Linden muss genäht werden. Viel mehr sollte in einem langweiligen Kaff aber eigentlich nicht passieren. Und es ist Winter. Harter Winter. Viel Schnee und so.

Nicht nur echter Schnee, Alter!

Da Joe beim örtlichen Holzfällerbetrieb arbeitet liegt es natürlich nahe, dass sein Kollege Weston zusammen mit seinem Indianerkumpel in den Holzstämmen Drogen schmuggelt. Und da gerade, wie ja schon erwähnt, Winter ist bauen die beiden direkt einen schicken Unfall mit dem Truck. Ärgerlich nur, dass dann die Bullen von den Drogen mitbekommen würden. Was tun? Klar, das Zeug in Joes Hüttn im Wald verstecken. Also in der Hütte, nicht daneben oder so. Dazu bricht man das Schloss auf und schmeißt das gute Zeug in den Abstellraum. Boss Kassen ist davon zwar nicht so angetan, aber der wirds schon überleben. Kassen ist eh ein Harter. Raucht im Restaurant und langt seinem Mit-Gangster einfach mal direkt am Tisch ein paar. So ist sie, die Welt in Braven.

Vater-Sohn-Gespräch ganz ohne Hüttenkoller

Ungünstig, dass Joe mit Vater Linden zu ebenjener Hütte aufbricht, um über dessen Zukunft zu reden. Immerhin kann der ganze Stress in der Trinity-Bar nicht ewig so weitergehen. Ein Altenheim ist keine Option, allerdings hat Linden zu gar keiner Option so richtig Bock. Gut, dass gleich die Drogenheinis da sind und ihren Stoff wiederhaben wollen. Dumm, dass Joe und Daddy in der Hütte sind. Jetzt könnte man ja meinen: Jo mei, dann sitz ma die Sache halt aus bis die Deppn wieder im Städtle sind. Da dann Braven aber recht schnell den Abspann servieren würde beschließen die Gangster, sich ihre Ware mit Gewalt zu holen. Zeugen werden ebenfalls nicht gewünscht. Also alle abknallen, angefangen mit Weston. Warum gerade ihn? Stand so im Drehbuch, keine Ahnung ehrlich gesagt.

Ballern, springen, fahren, von der Hütte im Kreis zur Hütte zurück

Jetzt also endlich Action in Braven. Ehrlich gesagt, die kommt ein wenig zu spät. Da macht die Schlägerei vom Anfang sogar Sinn, ohne die hätte es fast eine Stunde kaum was gegeben. Und der langsame Anfang besticht zwar mit schönen Naturbildern, aber nicht wirklich mit sinnvoller Charakterzeichnung. Das hätte man ein wenig flotter inszenieren können oder sogar müssen. Wenn ich einen eher ruhigen Film mit viel Schnee und sinnvoll eingebauten Härten sehen will würde ich eher zu Wind River greifen. Härten hat Braven zwar gegen Ende auch einige, aber alles wirkt – möglicherweise dem Budget geschuldet – ein wenig unaufgeregt. Ich erwarte jetzt ja keine Steven-Seagal-Verneigung (Jason Momoa hätte das Zeug, ein Auf brennendem Eis-Remake zu  tragen!), aber etwas mehr wäre hier drin gewesen. Immerhin passieren recht oft Dinge, die wir nicht vorhergesehen haben.

Braven – Fazit

Deshalb leider mein Fazit: Auch wenn Jason Momoa auch hier sein Hemd auszieht und die Aufnahmen ganz schick sind nur eine bedingte Guck-Empfehlung. Wenn ich eine Wertung geben müsste, wäre das ein klassischer 3 von 5. Bild- und Tonqualität der Blu-Ray gehen voll in Ordnung. Untertitel sind nur für Hörgeschädigte und nur auf Deutsch da. Und diese sind nicht mal ansatzweise mit dem O-Ton zu vergleichen. Da wird die Synchro eher gewagt sein. Wenn aus dem Handy eine Frauenstimme als Ansage tönt und die Untertitel dazu einblenden männliche Stimme dann ist das dezent ärgerlich. So wie der Rest von Braven leider auch. Wer sich trotzdem ein Bild von Braven machen will kann das ab dem 07.12.2018 auf DVD und Blu-Ray machen.

Blu-Ray Pack von Braven mit Jason Momoa

© Universum Film GmbH

 

Uns wurde ein Testmuster zur Verfügung gestellt.


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