Colossal

Colossal (Kanada 2016)

Was wäre, wenn wie aus dem Nichts ein großes Monster auftaucht. So Godzilla-Style. Nur dass dieses Monster ausnahmsweise nicht eine japanische Metropole angreift, sondern sich die Hauptstadt Südkoreas vorknöpft. Klingt erstmal nicht so aufregend? Und was wäre, wenn Ihr zu der Erkenntnis kommt, dass das Monster mit Euch geistig verbunden ist. Und Ihr jede Bewegung des Monsters beeinflussen könnt. Fucking-A oder? Genau das passiert jedenfalls Gloria (Anne Hathaway) in Colossal.

Alkohol ist auch (k)eine Lösung

Aber von vorne. Gloria wird nach Jobverlust von ihrem Boyfriend Tim (Dan Stevens, kennt man aus unter anderem Downton Abbey – Fun Fact: Seine Stimme klingt der von Simon Pegg sehr sehr ähnlich und Simon Peggs Rolle in Spaced hieß ebenso Tim) aus der gemeinsamen Wohnung delogiert. Vielleicht liegt das auch eher an ihrem durchaus massiven Alkoholproblem. Jedenfalls zieht sie mit von Tim gepackten Sachen in ihre alte Heimatstadt New Hampshire in das leerstehende Haus ihrer Eltern zurück. Bewaffnet mit einer frisch gekauften Matratze trifft sie Oscar (kaum wiederzuerkennen: Jason Sudeikis, unter anderem Horrible Bosses), der ihr nicht nur eine Mitfahrgelegenheit, sondern gleich auch noch einen Job in seiner Bar anbietet.

Eine Frau zapft ein Bier an einer Bar und lächelt einen Mann neben sich an.

Creating a Monster

Und da passiert es dann auch: Nach einer durchzechten Nacht ist ES der Renner in den Nachrichten. Ein noch nicht identifiziertes Monster taucht im fernen Seoul auf und hat ein paar Gebäude beschädigt und möglicherweise auch das Leben einiger Menschen auf dem Gewissen. Und noch krasser: Das Monster hat eine Handbewegung drauf, die Gloria nur zu bekannt vorkommt. Schließlich fasst sich kaum jemand anderes aus ihrer näheren Umgebung genau SO durchs Haar.

Schnell wird ihr klar, dass sie irgendwie mit dem Monster verbunden ist. Und dass das Monster immer zur gleichen Zeit (8:05 Uhr morgens) auftaucht. Also beschließt sie, Oscar und Kneipenstammgast Joel (Austin Stowell – derzeit mit Battle of the Sexes im Kino) einzuweihen. Natürlich wird ihr erst nicht geglaubt, aber bald steht fest: Das Monster taucht nur auf, wenn Gloria einen ganz bestimmten Sandkasten auf einem Spielplatz aufsucht. Oscar will natürlich auch mal schauen, was passiert und – tadahhh: Er taucht in Seoul in Form eines Riesenroboters auf.

Clash of the Monsters

Die Handlung von Colossal dreht sich ab jetzt einmal um das Auftauchen der Monster und zum Zweiten um Glorias Privatleben und ihren Job in der Bar. Oscar stellt sich ziemlich schnell als charakterlich eher unausgeglichen heraus, Joel zeigt deutliches Interesse an Gloria und alle trinken ziemlich viel. Dazu kommt, dass Gloria sich bei dem Gedanken, ein Monster in Seoul zu sein, welches Menschen getötet haben kann, ziemlich mies fühlt. Ganz anders Oscar, der Schlingel nutzt die Situation doch glatt aus, um Gloria emotional zu erpressen. Und dann taucht auch noch Tim in New Hampshire auf und Gloria muss sich zu diversen Entscheidungen durchringen.

Ein schuppiges Monster schaut nachdenklich auf den Betrachter hinab.

Menschen und Monster

Das hat mir dann auch wirklich gut gefallen: Der Film nimmt die Monsterhandlung durchaus ernst und erklärt auch, wie ich finde sehr sinnvoll, warum nur Gloria und Oscar in Seoul randalieren dürfen. Aber Colossal nimmt sich auch Zeit, die einzelnen Charaktere zu beleuchten. Vor allem Gloria wird sehr gut und real portraitiert. Dabei ist der Film natürlich kein Kaijū-Film, sondern eher ein Drama mit Comedy- und Monstereinlagen. Hat Regisseur Nacho Vigalondo (mir vorher gänzlich unbekannt) gut hinbekommen. Deshalb spreche ich mal eine milde Empfehlung aus, da der Film nicht jedem auf der Couch gut gefallen hat und auch die Handlung bei zwei Mitguckern eher für Fragezeichen in den Gesichtern gesorgt hat.

Technik und Fazit

Die Blu-Ray hat ein recht gutes Bild und guten Sound, der allerdings nicht zu druckvoll rüberkommt. Immerhin ist deutscher und englischer Ton in glasklarem DTS-HD 5.1 drauf und es gibt für beide Sprachen auch Untertitel (für Hörgeschädigte). Als Extra gibt es noch eine Featurette und ein paar Trailer, die Disc ist laut Aufdruck Regionalcode B (Europa), ob dieser Code auch wirklich aktiviert ist, konnte ich nicht überprüfen. Colossal ist ungeschnitten frei ab 12 Jahren. Gedreht wurde nicht nur in Kanada, sondern tatsächlich auch in Seoul, sehr cool! Wer an einem verschneiten Urlaubstag einen netten, eher kleinen Film schauen will macht nix falsch. Anne Hathaway geht meiner Meinung nach eh immer gut klar, Jason Sudekis mag ich auch, passt also, Check it out!

Ein Mann und eine Frau sitzen auf einer Parkbank, beide lachen.


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