Findet Dorie

Die Tierdoku Findet Dorie begleitet ein typisches Exemplar der Gattung Paracanthurus oblitus auf seiner Reise durch den Ozean. Diese possierlichen Fische … Mal im Ernst, was mache ich euch hier vor? Findet Dorie ist keine Tierdoku. Findet Dorie ist ein knallharter Survivalthriller.

Dorie ist eine Frau ohne Gedächtnis. Sie lebt beim alleinerziehenden Marlin und seinem Sohn Nemo und weiß nichts über ihre Herkunft. Nächtliche Panikattacken und eine Neigung zum nächtlichen Schlafschwimmen machen ihr das Leben schwer. Eines Tages blitzt eine Erinnerung auf: Dories Eltern leben auf der anderen Seite des Ozeans – und sie muss sie finden!

Der Schriftzug Findet Dorie, das Wort Dorie wird von einem Tintenfisch gebildet

Titel-Illustration von Chris Strauss.

Heldenhelfer im Stealth-Modus

Für die Aussicht auf eine Family-Reunion durchquert das Doktorfisch-Weibchen nicht nur den Pazifik, Dorie muss auch in ein Ozeanarium einbrechen. Zum Glück ist sie dabei nicht alleine: Auf der Reise durch das Meer helfen ihr Marlin und Nemo sowie die schon aus Findet Nemo bekannten Surferdude-Schildkröten. Auf der anderen Seite des Ozeans trifft Dorie dann einen weiteren Verbündeten, den mit allen Wassern gewaschenen Kraken Hank. Der schlecht gelaunte Tintenfisch ist ein Grenzgänger, denn anders als die flossentragende Hauptfigur kann er sich außerhalb des Wassers recht mühelos bewegen und dank seiner chamäleonartigen Haut perfekt tarnen.

Luft – das tödliche Element

Um noch einmal auf die Ausgangsthese zurückzukommen: Ja, Findet Dorie ist ein Survivalthriller. Die fischigen Hauptfiguren kämpfen mit dem wohl feindlichsten Element: Der Luft. Dorie und Co. springen meterweit in Eimer, Becken und Aquarien, lassen sich von unzurechnungsfähigen Möwen transportieren, kidnappen Kinderwagen und zappeln immer wieder auf dem Trockenen. Wer schon einmal entsetzt und angeekelt mumifizierte Zierfische in der Schrankritze hinterm Aquarium gefunden hat, sitzt bei Findet Dorie vor Spannung auf der Kante des Kinosessels. Aber nicht nur die Luft, auch der Mensch ist ein unerbittlicher Feind des Fisches. Denn stets versuchen die haarlosen Affen Kiemenatmer einzufangen oder im Streichelbecken zu betatschen.

Der Pixar-Mix

Vielleicht überdramatisiere ich den Thriller-Anteil von Findet Dorie, der in den meisten Augen wohl eher eine „turbulente Animationskomödie“ ist. Und, ich muss zugeben, es gibt viele komische Momente. Das Drehbuch von Andrew Stanton, der zugleich Regie führt, weist den typischen, nahezu perfekten Pixar-Mix aus viel Humor und Spannung mit der richtigen Prise Rührung auf. Dories Wandel von einer Nebenfigur in Findet Nemo zur Hauptfigur ist hervorragend gelungen. In fünf Worten: Dieser Fischfilm macht einfach Spaß. Wenn Pixar so weitermacht können wir uns 2029 auf Findet Hank freuen.
Fehlt noch was? Ja, der pixartypische Vorfilm. In Piper lernt ein ultraniedliches Strandläuferküken mit seiner Angst vor dem Meer umzugehen. Schön.

Disclaimer: Fischpott hat eine Einladung zur Pressevorführung wahrgenommen und den Film in der deutschen Synchronfassung mit seltsamerweise bayrisch sprechenden Seehunden und größtenteils überflüssigem 3D gesehen.

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Über Fabian

Fabian Mauruschat ist Journalist, Blogger, Nerd und Monster-Experte. Er lebt irgendwo zwischen Ruhr, Rhein und bergischem Land. Hier arbeitet er als Gamesjournalist und Autor, unter anderem für Spiegel Online, das Stadtmagazin coolibri und das Games-Magazin WASD. Außerdem mag er Bücher, Spiele und Tiere, würde aber nie welche essen.

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