Molly’s Game – Alles auf eine Karte

Was tust du, wenn du die Möglichkeit bekommst, mit einer einfacher Pokerrunde ein millionenschweres Geschäft aufzubauen? Und was tust du, wenn dich das FBI dafür hochnehmen will? Aaron Sorkin verfilmte mit Jessica Chastain als Molly Bloom eine der spannendsten Pokergeschichten der letzten Jahre.

Welche Musik hören Pokerspieler gerne?

Molly Bloom (Jessica Chastain) ist 23, als sie nach Los Angeles zieht, um ein wenig ihre Teenagerjahre nachzuholen. Diese verbrachte sie hauptsächlich festgeschnallt an ihre Skier, mit dem ebenfalls sehr festgeschnallten Traum, einmal in Olympia zu starten und danach Jura zu studieren. Doch ein Sturz lässt all ihre Träume zerplatzen. Sie schiebt das Studium nach hinten, um etwas zu arbeiten und zu überlegen, wie sie eigentlich weitermachen will.
Bei einem ihrer Jobs erhält sie die Chance, eine Underground-Pokerrunde zu begleiten. Sie versteht absolut nichts vom Spiel, erkennt aber, dass sie ein Talent dafür hat, die Menschen am Tisch zu lesen. Nachdem sie von ihrem hinterhältigen Chef erpresst wird, entscheidet sie sich dazu, die Spiele an sich zu reißen und diese nicht nur selber, sondern besser zu organisieren.

Jessica Chastain in MOLLY’S GAME.

Die Männer spielten Poker und ich spielte mit den Leuten

In kürzester Zeit schafft sie es, dass die gefragtesten Schauspieler, Rapper, Immobilienhändler, Fond-Manager und Milliardäre ihr Geld an ihrem Pokertisch ausgeben.
Anfangs läuft auch alles legal ab, sie achtet stets darauf, sich nicht aus dem Pott zu bedienen. Solange sie nur das „Trinkgeld“ der Spieler annimmt, macht sie sich nach dem amerikanischen Gesetz nicht strafbar. Jahrelang läuft ihr Geschäft gut, sie führt ein Leben, von dem die Meisten nur träumen.
Aber sie macht sich nach und nach verwundbar. Immer wieder gibt sie Übermütigen einen Kredit, ohne das Geld wieder einzutreiben, lässt sich Geheimnisse anvertrauen, nimmt Drogen und umgibt sich am Schluss mit den falschen Leuten. Die sie ans FBI ausliefern.
Ohne einen Pfennig in der Tasche wird sie vor Gericht geladen. Nachdem mehrere Anwälte sie ablehnen, landet sie bei Charlie Jaffey (Idris Elba), der widerwillig den Fall annimmt. Und schnell merkt, dass Molly nicht nur sich selber schützt, sondern jeden einzelnen Pokerspieler, der je an ihrem Tisch saß.

Jessica Chastain und Idris Elba in MOLLY’S GAME

Bei mir kam alles zusammen

Die Geschichte des Films basiert auf Molly Blooms Autobiografie, in welcher sie fast alle Namen geändert hat. Der Unterschied zwischen Buch und Film allerdings besteht im Gerichtsverfahren. Denn wo das Buch aufhört, fängt der Film an. Das macht ihn umso aufregender. Man fiebert bis zum Schluss mit Molly mit, die stets dazu steht, dass sie ein Verbrechen begangen hat und sich nicht als unschuldiges Lamm darstellen lassen will. Dadurch ist sie nicht nur wahnsinnig sympathisch, sondern tatsächlich die Anti-Heldin, die Charlie Jaffeys Tochter in ihr sieht.

Auf der DVD befinden sich noch einige Extras, wie kurze Interviews mit Molly Bloom, Aaron Sorkin, Jessica Chastain, Idris Elba und Kevin Costner. Ebenso ein knappes Featurette, einen Trailer und ein paar Minuten B-Roll. Das ist alles nicht sonderlich aufregend, aber ganz nett. Mehr Bonusmaterial hätte allerdings gut getan. Die Anschaffung lohnt sich in diesem Fall also hauptsächlich wegen des Films.


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