The Umbrella Academy – Apocalypse Suite

Mitte Februar erscheint The Umbrella Academy als Serie bei Netflix. Ich habe Band Eins, Apocalypse Suite, aus dem Regal genommen und bin wieder in die Comicwelt von Gerard Way eingetaucht.

The Umbrella Academy ist eine jener halb dekonstruierten Superheldengeschichten, wie sie seit Watchmen oder der League Of Extraordinary Gentlemen schon fast Mainstream sind. Es geht um sieben Superhelden, die als Babys von Sir Reginald Hargreeves – außerirdischer Philanthrop, Supergenie und Monokelträger – adoptiert wurden, um dereinst die Welt zu retten. Doch welche Welt eigentlich?

Ways weird World

Die Parallelwelt von Umbrella Academy bietet intelligente Schimpansen mit Bürgerrechten, Weird Science im Stil der Fünfziger Jahre, Untote (Stradivari der Vampir wird eigentlich nur von Zombie-Roboter Eiffel getoppt) und Gorillas vom Mars (uraltes Gesetz in der Superheldenbranche: Everything is better with monkeys). Eine Welt, die es sich definitiv zu retten lohnt.

Leider sind die Adoptivtöchter und -söhne von Hargreeves eine furchtbar dysfunktionale Familie, das Weltretten könnte also schwerer werden als gedacht. Selbst der Tod des gefühlskalten Hargreeves

„Dad!“ „Must I remind you to refer to me as The Monocle? Really…“

kann die erwachsenen fünf Superhelden – einer ist in der Zukunft verschollen und ein anderer tot  – nicht wiedervereinen. Während Hargreeves Beerdigung kulminiert das Chaos. Die Killerroboter eines alten Feindes laufen auf dem Jahrmarkt Amok und der „nutzlosen“ Nummer Sieben wird ein Job im Orchester der Verdammten angeboten: Die erste Geige bei der Uraufführung der Apocalypse Suite zu spielen …

Die Handlung wird in Rückblenden unter anderem durch einen zeitreisenden zehnjährigen Greis, einen Weltraum-Tintenfisch von Rigel IX, einen amoklaufenden Eiffelturm und zahlreiche Schimpansen (Everything is better with monkeys!) aufgelockert.

Sollte ich meine Kinder auf die Umbrella Academy schicken?

The Umbrella Academy nimmt uns mit auf eine Tour de force durch ein Weird Fiction-Universum, das in seinen besten Momenten an die League Of Extraordinary Gentlemen1 erinnert. Die Zeichnungen von Gabriel Bá sind absolut gelungen und verpassen der Umbrella Academy den perfekten optischen Stil. Dieses erste Abenteuer von Spaceboy, The Kraken, The Rumour, The Séance, The Boy, The Horror und ihrer Schwester Vanya ist verdammt lesenswert.

Leider fehlen in meiner Sammelausgabe (englisch, Softcover, 15 € für ein leicht lädiertes Exemplar aus dem Kult in der Luisenstraße, ISBN 9781593079789) die Seiten der Encyclopedia Umbrellica, die alternativen Cover und die Editorialseiten, auf denen die Hargreeves-Kinder immer wieder neu vorgestellt werden. Dafür sind Konzeptstudien und die beiden Kurzgeschichten Mon Dieu und … But The Past Ain’t Through With You!“ enthalten. Trotzdem: Lesenswert!

Nächste Woche werfen wir einen Blick auf den zweiten Sammelband: Dallas.

Fischpott-Disclaimer: Dieser Text ist eine überarbeitete Version eines Artikels in Fabians Blog von 2009.

  1. Mit Eigenkreationen statt literarischer Charaktere.

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