CSI: Cyber

2015 ist das CSI-Universum wieder mal ein bisschen größer geworden. Allerdings geht die vierte Serie des CSIU, CSI: Cyber dabei einen etwas anderen Weg als der Rest des Franchise: Tatort ist nicht eine amerikanische Metropole, sondern das Internet – und damit die Welt.

Ein Gastbeitrag von N. Balnis

CSI_CyberMan könnte erst mal meinen, dass dieses Unterschiede nicht viel ausmachen. Aber die Protagonisten von CSI: Las Vegas kriechen nachts durch glitzernde Stripclubs, die Spielsucht im Nacken und den China-Imbiss in der Kurzwahl-Taste. In Miami klebt alles, das Licht strengt die Augen an und die heiße Luft drückt sich förmlich auf die Haut. In New York scheint es immerzu Herbst zu sein, das graublaue Licht Ausdruck von Kälte und Resignation.

CSI: Cyber spielt dagegen in Quantico, wo das FBI Laboratory und die Academy angesiedelt sind. Und dass ist dann auch alles, was man über diese Stadt erfährt.1 Auch optisch kommt CSI: Cyber sehr neutral daher: Wo die anderen CSI-Serien in Farbfiltern baden, könnte man hier höchstes das kaltweiße LED-Licht im Büro erwähnen. Das neutrale Setting erscheint zunächst wie eine Schwäche, passt aber perfekt zur Prämisse der Serie: Egal wo Du lebst, Cyberverbrecher lauern überall auf Dich. Also eigentlich ein nettes Stilmittel, wenn diese „Leere“ durch interessante Figuren gefüllt würde. Das ist aber leider nicht der Fall.

Ein bisschen schade ist auch, dass hier nicht Finanzmärkte ins Chaos gestürzt oder geheime Armee-Akten veröffentlicht werden. Stattdessen geht es um Kindesentführung, Brandstiftung und, natürlich, um die obligatorischen Lustsklavinnen im finst‘ren Kellerloch. Dadurch sind die Verbrechen aber auch leicht nachvollziehbar und können mithilfe solider Action-Szenen problemlos aufgeklärt werden. Intellektuelle Herausforderungen können (und müssen) Zuschauer_innen also nicht erwarten. Tatsächlich hielten es die Produzent_innen der Serie für nötig, einen erklärenden Vorspann einzuschieben, komplett mit dramatischem Monolog, Warnhinweisen für die Benutzung des Internets, absurden Animationen, weißer Schrift auf schwarzem Hintergrund und einem geflüsterten „Das kann auch Ihnen passieren.“ Tja. Soweit, so peinlich.

Aber heute reden wir ja über die DVDs! Und wenn Ihr in Erwägung zieht, die DVDs zu kaufen, mochtet Ihr vermutlich auch die Serie. Also kein Gemecker mehr. Stattdessen gibt es ein dickes Lob für gute Soundqualität sowohl der deutschen als auch der englischen Tonspur. Ebenfalls sehr erfreulich: Deleted Scenes und Regiekommentare verstecken sich nicht auf der letzten DVD, sondern sind den jeweiligen Episoden zugeordnet. Zusätzlich dazu verstecken sich auf der letzten DVD noch die üblichen Interviews mit Cast und Crew.

Wenn Ihr CSI: Cyber also mochtet, kann ich Euch die DVDs wärmstens empfehlen. Season 1 ist seit 2. Dezember 2015 erhältlich, Season 2.1 kommt am 24. Juni in den Handel.
Und da die Serie im Mai 2016 nach nur zwei Staffeln abgesetzt wurde, müsstet Ihr noch nicht mal ein Regalbrett dafür frei räumen (oder gleich ein ganzes Regal – Matt Groening, I am looking at you!).

Disclaimer: Fischpott hat ein Rezensionsexemplar erhalten.

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  1. Quantico und Langley: Sind das echte Städte oder nur Ansammlungen von Bürogebäuden, Labors und Militärbasen? War da mal jemand?

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