Brotherhood Of Blades II

Nach langer Zeit kommt mal wieder eine chinesische Produktion in meine Playstation³. Brotherhood Of Blades II ist allerdinge keine direkte Fortsetzung von Brotherhood Of Blades – Kaiserliche Assassins, sondern ein Prequel. Auf dem Regiestuhl nimmt erneut Lu Lang Platz und der taiwanesische Schauspieler Chang Chen ist auch wieder dabei. Leider hat mir der Film insgesamt nicht mehr so gut gefallen wie der recht gute Vorgänger.

Starker Einstieg

Das liegt allerdings nicht an den ersten Szenen von Brotherhood Of Blades II, die sind nämlich sehr stimmungsvoll. Der Film hat im Ausland auch den treffenden Beititel The Infernal Battlefield. Wir befinden uns auf einem Schlachtfeld, die Schlacht von Sarhū ist beendet, die Ming-Dynastie wird von der Jin-Dynastie abgelöst und viele Menschen sind gestorben. Nicht gestorben ist Shen Lian und acht Jahre später arbeitet er für die Wache im südlichen Peking. Die letzten Bilder der Schlacht sind wirklich sehr schön inszeniert, vor allem die Farbgebung hat mir sehr gut gefallen. Auch der erste, sehr dynamisch und durchaus wuchtig inszenierte Kampf verspricht viel und überhaupt sind auch die restlichen Actionszenen des Films recht gut gemacht.

Viel zu viele Leute, was machen die denn da und wie halte ich die auseinander?

Leider gibt es aber nicht nur Action und starke Bilder, sondern auch noch eine Handlung. Diese zusammenzufassen ist wirklich nicht einfach und ich versuche es auch gar nicht. Kurz gesagt ist der Kaiser an einer Lungenentzündung erkrankt. Es gibt Rebellen, die diesen Kaiser stürzen wollen. Es gibt einen mächtigen Berater namens Wei (ja, der Wei aus dem Nachfolger!), der großen Einfluss auf den Kaiser ausübt. Einen Mordfall. Zuständigkeiten zwischen der südlichen und der nördlichen Wache Pekings. Eine Malerin namens Bei Zhai. Eine Rebellengruppe mit coolen Waffen und einer nicht ganz durchsichtigen Agenda. Ständig wechselnde Loyalitäten. Immer wieder unterbrochen von wirklich atemberaubenden Actionszenen, teilweise auch sehr stimmungsvoll mit Musik unterlegt. Dennoch waren wir alle beim Schauen sehr verwirrt. Brotherhood Of Blades II ist längst nicht so klar und stimmig inszeniert wie der Vorgänger.

Immerhin stimmt die Technik und schöne Kulissen hat es auch

Technisch kann man  Brotherhood Of Blades II wirklich nichts vorwerfen. Alles sieht schick aus, die Kulissen passen auch super in die Epoche (auch wenn alles wahrscheinlich im Wuxia-Standard-Studio gedreht wurde). Kostüme und vor allem die vielen Kopfbedeckungen sind passend gewählt. Die Waffen teilweise recht kreativ. Es gibt Schwertkämpfe, Bomben, Repetiergewehre, eine Art Armbrust und vieles mehr. Die Innenausstattung der Gebäude macht auch einiges her. Das haben die Chinesen echt drauf, muss man ihnen lassen. Ich persönlich schaue gern solche Filme. Hier gab es aber deutlich zu viele Handlungsstränge, Intrigen und WTF-Momente. Wenn man sich zum Beispiel vor einer alten Brücke aufhält und eine Übermacht kommen sieht und einfach die Brücke kappen könnte um zu entkommen. Das aber erst nach dem Kampf macht. Wenn im Vorbeireiten mit der Armbrust einfach mal so ein halbes Dutzend Gewehrschützen erledigt werden. Wenn wirklich schwer verletzte Leute einfach weggesperrt werden und kurz darauf gar nicht mehr so verletzt wirken.

Brotherhood Of Blades II – Fazit

So bleibt Brotherhood Of Blades II leider ein Film der Marke Unnötige Fortsetzung. Das finde ich sehr schade, da ich mich sehr auf diesen Film gefreut habe und ihn auch wirklich mögen wollte. Die verworrene Handlung, viel Bullshit und auch sehr seltsame Zeitsprünge haben mir das allerdings eher vermiest. Da nützen auch die wirklich gute Bildqualität und der tolle Sound nichts. Sogar englische Untertitel zum originalen Mandarin lassen sich zuschalten. Das ist wirklich vorbildlich. Wer beide Teile noch nicht kennt kann diese ja back-to-back schauen, anders macht es von meiner Warte aus leider keinen Sinn. Oder man guckt einen besseren Vertreter des Genres.


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