Oliver Parkins – Die Entdeckung von Carsalen

England im Jahr 1917: Der erste Weltkrieg hinterlässt in dem Dörfchen Fairie’s Willow Spuren. Als ein Zirkus in das Dorf kommt und ein paar Stunden Ablenkung und Freude verspricht, ist die Begeisterung deshalb groß. Auch der elfjährige Oliver Parkins und sein Freund Alfie sehnen sich nach ein bisschen Ablenkung. Aber als sie in Vorstellungspause einem sprechenden Eichhörnchen hinterherlaufen, handeln sie sich mehr Abenteuer ein als gedacht.

Ein Gastbeitrag von N. Balnis.

Cover von Oliver Perkins Die Entdeckung von Carsalen

Das Eichhörnchen und Zirkusdirektor Panzini überzeugen Oliver, Teil einer alten Prophezeiung zu sein und der langersehnte Retter ihrer Heimat Carsalen zu sein. Gemeinsam treten die Vier durch Panzinis Standuhr und … direkt in die Heldenschule. Oliver und Alfie müssen sich erst einmal beweisen, bevor Carsalens Königin sie in den Kampf schicken wird. Und genau davon handelt Die Entdeckung von Carsalen: Die beiden Jungen lösen kleine Questen, werden im Schwertkampf trainiert und, naja, entdecken eben Carsalen, eine Welt voller Magie und Fabelwesen. Dadurch liest sich Patrick L. Blockums Buch ein bisschen wie eine Rollenspiel-Kampagne für Das Schwarze Auge, Dungeons & Dragons oder Earthdawn. Carsalen bietet einfach alles dafür: Das einsame Wirtshaus, das von einem Sumpfungeheuer bedroht wird, entführte Jungfrauen, finstere Hexenmeister, fliegende Segelschiffe, ein leicht verständlichen Plot – was will man mehr?

Leider hat Die Entdeckung von Carsalen ein ähnliches Problem wie Die Insel der besonderen Kinder von Ransom Riggs: Beide Bücher sind Pilotfilme, Prequels, erste Kapitel. Sie führen in die Geschichte ein und stellen die Charaktere vor – aber wenn es gerade losgeht mit der Haupthandlung, sind sie vorbei. Ein gutes Gegenbeispiel ist die Harry-Potter-Reihe: Auch hier zieht sich die Haupthandlung durch mehrere Bände und der Gegner wird erst ganz zuletzt besiegt. Aber trotzdem passieren auch im ersten Band schon ganz entscheidende Dinge – und das Buch hat ein echtes Ende. Wer aussteigen möchte, kann das tun und hat dann eine runde Geschichte über einen tapferen Waisenjungen und einen besessenen Turban gelesen.

Patrick Blockum lässt einen hier dagegen ein bisschen in der Luft hängen: Es ist schön, eine neue Welt in ihrer ganzen Fülle zu erkunden. Und eigentlich will man wissen, wie es weitergeht. Aber die Vorstellung, weitere 400-800 Seiten zu lesen, wirkt dann doch eher abschreckend. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass Kinder um die 12, 13 Jahre die nötige Energie problemlos aufbringen können und wollen – und für die ist das Buch eindeutig geschrieben. Wer also solche Leute kennt, kann Die Entdeckung von Carsalen ruhig schon mal für den nächsten Geburtstag auf die Einkaufsliste setzen.

Fischpott-Disclaimer: Wir haben eine PDF-Version des Buches zu Rezensionszwecken erhalten.

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