Adventures of Mana

Remake von „Mystic Quest“ für iOS und Android veröffentlicht

Für den Gameboy-Klassiker „Mystic Quest1 wurde ein 3D-Remake für das Smartphone entwickelt. Während Spielsteuerung und Graphik modernisiert und der Sound neu arrangiert wurde, entsprechen Story und Levelarchitektur dem Original 1:1.

Die Figuren aus Adventure of Mana, eine blonde Prinzessin und ein rothaariger Schwertkämpfer sowie weitere Fantasy-Figuren.

Square Enix Ltd.

Story. Die Story inklusive aller Dialoge ist gegenüber dem Original unverändert2 Es gibt da diesen Mana Baum, Quell allen Lebens. Wer ihn berührt, hat die Macht. Vor langer Zeit war das Reich Vandole nahe dran an dieser Macht – wurde dann aber (zurecht) von den Gemma-Rittern plattgemacht. Nun gibt es neue Bösewichte, die nach der Macht Manas streben – Dark Lord, Chef des Reiches Glaive, und Julius, einen Abkömmling von Vandole. Nur DU kannst die beiden von ihrem Vorhaben abbringen.

Spielsteuerung. Alles in allem wurde hier ordentlich poliert. Die umständliche Listensteuerung von Mystic Quest wurde ersetzt durch ein gut zu bedienendes Ringmenü, das sehr exakt auf die Touchscreen-Anweisungen reagiert. Es gibt zwei Aktionstasten – eine etwas größere für die Waffenbenutzung und eine kleinere für Gegenstände und Zauber, an die man sich intuitiv schnell gewöhnt. Gelegentlich tappt man mal auf den falschen Knopf, aber das ist zu vernachlässigen. Die Laufrichtung wird durch bloßes Patschen auf den verbleibenden Bildschirm gesteuert und funktioniert einwandfrei.

Die Waffenanimationen sind zum Teil erneuert worden, was zum Teil die Nützlichkeit einzelner Waffen erhöht bzw. einschränkt. Die Animation des Morgensterns – im Original die Überwaffe schlechthin — ist langsamer geworden, was ihn zum Kämpfen behäbiger macht. Durch die neu gewonnene Bewegungsfreiheit – in Mystic Quest waren nur vier Richtungen möglich – wird es schwerer, die Kettenpeitsche gezielt auf Gegner zu richten. Stattdessen werden die Sichel und Schwerter durch ihren Rundumschlag nützlicher – gerade die Schwerter bestechen durch eine neue 360Grad-Spezialattacke.

Screenshot von Adventures of Mana

Square Enix Ltd.

Graphik und Sound. In der neuen Graphik liegt einer der größten Gewinne für Spieler, die Mystic Quest bereits auswendig kennen. Entwickelt wurde ein Manga-Stil (der vermutlich bereits im Original angedacht war), der das Spiel näher an die anderen Seiken Densetsu-Teile3 rückt; die Optik vieler Gegner wurde z.T. gänzlich dem Nachfolger Secret of Mana entnommen – so findet man plötzlich den „Plasmabeißer“ in der Kristallwüste. Charaktere sind durch die neuen Mittel optisch besser auseinanderzuhalten und davon profitiert natürlich auch die Erzählung. Endgegner werden nun mit einer Animation eingeflogen und es gibt nun einige neue vollautomatische Sequenzen.

Der Sound wurde unter dem ursprünglichen Komponisten Kenji Ito neu erstellt – im Grunde handelt es sich aber um die gleiche Musik, die nun halt nicht mehr nach 8-Bit klingt.

Levelarchitektur und Items. Hier wurde nichts gedreht. Es sind die gleichen Wege zu gehen, die gleichen Rätsel zu lösen. Die gleichen Türen sind verschlossen, die gleichen Wände müssen eingeschlagen werden. Dafür sind exakt die gleichen Items nötig, die man zu den gleichen Preisen in den gleichen Läden oder von den gleichen Monstern erhält. Es gibt einen kleinen neuen Kniff im Spiel, der durch ein Passwort zu lösen ist, aber der ist im Grunde nicht der Rede wert.

Das hat natürlich (leider) zur Folge, dass das Lösen von Adventures of Mana für Eingeweihte ein allzu leichtes Unterfangen darstellt – und für Noobs ein sauschweres, eben entsprechend dem Original. Wer alte Nintendospiele nicht gewohnt ist, sei deshalb gewarnt: Spiele mit diesem Schwierigkeitsgrad werden heute (fast) nicht mehr hergestellt.

Screenshot aus Adventures of Mana: Der Held kämpft mit seinem Morgenstern in einer Lavalandschaft gegen lilafarbene Drachenwesen.

Square Enix Ltd.

Verdikt

13,99 Euro für ein bisschen Retrofeeling? Wer Mystic Quest bereits auswendig kennt, benötigt zum Durchspielen von Adventures of Mana etwa acht Stunden; das kann auf dem Spielemarkt für Androidsysteme durchaus als teuer bezeichnet werden.

Wer Mystic Quest noch nicht kennt, wird ein Vielfaches dieser Zeit, etwas Geduld und eine Menge Frustrationstoleranz benötigen, kommt dafür aber auf seine Kosten. Ein Faible für Hack & Slay-Games ohne komplexe Kampfmechanik, klassische Gut-gegen-Böse-Stories und schwierige Rätsel muss für hinreichenden Spielspaß jedoch vorausgesetzt werden.

  1. In den USA als Final Fantasy Adventure erschienen.
  2. Na gut, ein paar sexuelle Anspielungen auf das Verhältnis zwischen Protagonist und seiner Adjutantin mögen neu sein.
  3. Mystic Quest ist der erste Teil der „Seiken Densetsu“-Reihe und damit der inhaltliche Vorgänger des SNES-Klassikers Secret of Mana.

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