Immigrant Star

Joblos im Weltall

Ziggy Star ist ein Weltall-Vagabund. Nachdem sein Heimatplanet, die Erde, zerstört wurde, reist er mit seinem treuen Begleiter, dem niedlichen kleinen Einhorn Bowie, durch den Weltraum. Sein Raumschiff ist eine riesige Waschmaschine, seine Queste kommt den meisten von sicher uns auch bekannt vor: Ziggy sucht Arbeit. Dabei steht er vor zwei Problemen: Bowie muss schon bei der Erwähnung von Jobs kotzen und Ziggy ist ein Künstler.

Star Man waiting in the sky

Immigrant Star von Federico Cacciapaglia ist eine Space Odyssey auf den Spuren von Arthur Dent, Ijon Tichy und den Roadern aus Mikael Niemis Das Loch in der Schwarte. Ziggy kämpft sich auf seiner Odyssee durch die Büros der intergalaktischen Registrierungsbehörde B.L.O.R.G., landet bei suizidalen Mönchen, die einen Mandarinenbaum anbeten, dessen Saft sie für die Lösung aller Probleme halten, unterzeichnet einen Sklavereivertrag auf einem Katzenplaneten und findet heraus, dass Traurigsein im Weltall Schwarze Löcher erzeugt.

Es ist voller Sterne

Die Zeichnungen in Immigrant Star im leicht undergroundigen Funny-Stil unterstreichen Ziggys absurde Abenteuer. Der Comic ist größtenteils in Schwarz-Weiß-Grau gehalten, aber passend zur Handlung wird er hier und da bunt. Die Sprache ist leicht verständliches Englisch.

Das Schönste an Immigrant Star ist Cacciapaglias präzise, satirische Beobachtung. Ich habe mich bei der Lektüre ständig in bekannt erscheinenden Situationen wiedergefunden. Seien es die verwirrende, von desinteressierten Riesen bevölkerte B.L.O.R.G.-Bürokratie, die ermüdende Sprechweise der Uni-Aliens oder der Fatalismus der Einwohner des Künstler-Planeten Kunstar: Cacciapaglia hat die Absurditäten der modernen Gesellschaft ins All katapultiert, wo sie besonders gut zu sehen sind.

Five Immigrant Stars of Five

2018 hat Immigrant Star den ICOM Independent Preis für das beste Szenario gewonnen und das vollkommen zu recht. Cacciaglias Werk ist eine kreative Weltraumreise auf 280 Seiten, das Futurama der 2010er Jahre.

Fischpott-Disclaimer: Wir haben ein Rezensionsexemplar des Comics vom Jaja-Verlag erhalten.

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Über Fabian

Fabian Mauruschat ist Journalist, Blogger, Nerd und Monster-Experte. Er lebt irgendwo zwischen Ruhr, Rhein und bergischem Land. Hier arbeitet er als Gamesjournalist und Autor, unter anderem für Spiegel Online, das Stadtmagazin coolibri und das Games-Magazin WASD. Außerdem mag er Bücher, Spiele und Tiere, würde aber nie welche essen.

Kommentare

Immigrant Star — 1 Kommentar

  1. JaJa- da bin ich ganz bei Dir, Fabian!Brilliantes Buch von einem brillanten Autor aus einem brillianten Verlag…einfach mein Star des letzten Comicjahres (2017)!

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